Hilfsnavigation

 
 
Kreis Schleswig-Flensburg - Immer aktuell informiert

Von der Steinzeit bis heute

- Impressionen aus der Kreisgeschichte -

Die Geschichte des Kreises Schleswig-Flensburg als kommunale Schloss GlücksburgGebietskörperschaft beginnt am 22. September 1867. Die "Verordnung betreffend die Organisation der Kreis- und Distriktsbehörden sowie die Kreisvertretung in der Provinz Schleswig-Holstein" schuf in dem vom preußischen Königreich nach dem deutsch-dänischen Krieg von 1864 okkupierten Gebiet 20 neue Landkreise. Der Kreis Flensburg umfasste die Stadt und das ehemalige Amt Flensburg, den Flecken Glücksburg, einige Enklaven und die adeligen Güter im östlichen Angeln. Den Kreis Schleswig hingegen bildeten die Städte Schleswig und Friedrichstadt, die Flecken Kappeln und Arnis sowie das alte Amt Gottorf und die Landschaft Stapelholm.
Unterste Stufe im kommunalen System Schleswig aus der Luftwar damals die Landgemeinde, die sich durch einen gewählten Gemeindevorsteher und die Vollversammlung aller stimmberechtigten Bürger verwaltete. Für größere Dörfer oder Siedlungskomplexe war eine Gemeindevertretung vorgesehen. Neben den Landgemeinden fungierten die Gutsbezirke als unterste Verwaltungseinheiten. Diese besaßen aber keine Selbstverwaltung und wurden 1928 aufgelöst.Die preußische Verordnung von 1867 schuf unter Beachtung der strikten Trennung von Verwaltung und Justiz den Rahmen für die Entwicklung der modernen kommunalen Selbstverwaltung in Schleswig-Holstein.
An der Spitze eines Landkreises stand der Landrat. In Selbstverwaltungsangelegenheiten stand ihm der Kreistag zur Seite, der aus Repräsentanten des Großgrundbesitzes, der Städte und der Landgemeinden ständisch zusammengesetzt war. Erster Landrat des Kreises Flensburg war der aus Ostpreußen stammende Geheime Regierungsrat Wilhelm von Krupka. Dem Kreis Schleswig stand mit Hugo Baron von Plessen ein Angehöriger des einheimischen Adels als Landrat vor.
 
Die Kreise und Gemeinden unserer Region zwischen Eider, Treene und Ostsee entstanden auf historischem Boden. Funde in Der Arnkielpark bei Munkwolstrupder Schlei datieren die Anfänge der Besiedlung bis in die mittlere Steinzeit vor mehr als zehntausend Jahren zurück. Eindrucksvolle Großsteingräber in Angeln zeugen von Bewohnern aus der jüngeren Steinzeit. Ein großes Gräberfeld unter dem Marktplatz von Süderbrarup und Opferfunde im Thorsberger Moor deuten darauf hin, dass auch in den ersten vier Jahrhunderten nach Christi im Angler Raum reges Leben herrschte. Als im 5. und 6. Jahrhundert ein Großteil der Bevölkerung gemeinsam mit den Sachsen nach England auswanderte, rückten jütische Einwanderer in unsere Landschaft nach. Erst seit dem 11. Jahrhundert gilt das Angler Bauernland wieder als dicht bevölkert. Auch der Stapelholmer Raum ist wegen seiner verkehrsgünstigen Lage seit dem frühen Mittelalter altes Siedlungsgebiet.
Die Kultivierung der kargen Geest hingegen begann erst 1761 mit der Anwerbung südwestdeutscher Kolonisten durch den dänischen König Friedrich V.
Schon um 800 nach Christi erblühte die Wikinger-Siedlung Haithabu oder Sliesthorp bei Schleswig an der engen und wasserreichen Das Wikinger-Museum HaithabuVerbindung zwischen Nord- und Ostsee zu einem der wichtigsten Handelsplätze in Nordeuropa. Ihre wirtschaftliche Bedeutung verdeutlichen noch heute zahlreiche Runensteine, ein bis zu zehn Meter hoher halbkreisförmiger Schutzwall und das Danewerk als Befestigungsanlage, an der nahezu 400 Jahre gebaut worden sein soll. Im 11. Jahrhundert übernahm die von Haithabu aus gegründete Stadt Schleswig die Funktion als bedeutendstes Fernhandelszentrum im Ostseeraum. Sieht man in der städtischen Siedlung am Nordufer der Schlei die unmittelbare Fortsetzung der 1066 zerstörten Wikingersiedlung am Westufer des Haddebyer Noors - einer Bucht der Schlei -, dann darf man Schleswig als die älteste 1200jähriges Bestehen von SchleswigStadt nördlich der Elbe bezeichnen. Die Siedlung am Noor wird in den Fränkischen Reichsannalen um 804 als "Sliesthorp" bezeichnet. Diese erste urkundliche Erwähnung nahm die Stadt Schleswig im Jahr 2004 zum Anlass, ihr 1200-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Jubiläumsprogramm zu feiern, dessen Höhepunkt der Besuch der dänischen Königin Margarethe II. war.Schleswig verfügt über das erste Stadtrecht Nordeuropas, verlor aber mit dem Aufkommen der Hanse seit der Mitte des 12. Jahrhunderts seine Stellung an Lübeck. Als Herzogs- und Bischofssitz und Zentrum der preußischen Provinzialregierung behauptete Schleswig aber seine bedeutende Rolle in der Landesgeschichte. Mit den Landesmuseen Schloss Gottorf und Haithabu sowie dem Landesarchiv im Prinzenpalais gilt die Schleistadt heute als Kulturmetropole des Landes.
Dem 1357 urkundlich erwähnten Flecken Kappeln an der Schlei wurde 1870 das Stadtrecht verliehen. Die Siedlung auf dem Schloss Gottorf in Schleswig - Bischofs- und Herzogssitzhohen Westufer der nord-südlich gerichteten und hier nur 250 Meter breiten Schlei schuf sich durch Fischerei und Seehandel einen bescheidenen Wohlstand, der bis Mitte des 19. Jahrhunderts anhielt.Stadt Kappeln an der Schlei Nach der Loslösung von Dänemark ging der Schiffsverkehr stark zurück; Fischfang, Fischverarbeitung, Umschlag von Holz und Getreide im Hafen verhalfen dennoch zu einem auskömmlichen kleinstädtischen Dasein.
Durch die Gebietsreform von 1974 wurden die Gemeinden Kopperby und Mehlby nach Kappeln eingemeindet. Seit 1977 ist Kappeln anerkannter Erholungsort mit besonderem maritimen Flair. Die populäre Fernsehserie "Der Landarzt" machte Kappeln als "Deekelsen" bundesweit bekannt. 

Arnis - kleinste Stadt Deutschlands

Im Jahr 1667 waren 62 Familien der Stadt auf eine unbewohnte Insel in der Schlei geflohen, um drohender Leibeigenschaft zu entgehen. Dort entstand Arnis, das mit heute 300 Einwohnern als kleinste Stadt Deutschlands 1934 das Stadtrecht erhielt und mit seinem idyllischen Stadtbild eine regionale Touristenattraktion ist.

Die Geschichte des reizvoll an der Flensburger Förde gelegenen Ostseebades Glücksburg mit seinem einzigartigen Wasserschloss der Herzöge von Schleswig-Holstein-Glücksburg-Sonderburg von 1585 geht zurück bis ins Jahr 1210. 1824 wurde Glücksburg zum Flecken erhoben und erhielt im Jahre 1900 das Stadtrecht.

Glücksburg ist heute ein malerisches, viel besuchtes Urlaubsziel am Ostseestrand mit vielfältigen Wassersportmöglichkeiten und attraktiven Naherholungsgebieten in der Umgebung, z. B. dem Landschaftsmuseum Unewatt in der Nachbargemeinde Langballig.

Mehrfach wurde die Region Schleswig-Flensburg von kriegerischen Auseinandersetzungen mit ihren dänischen Nachbarn erschüttert. Idstedt-GedächtnishalleSoldatengräber und Gedenksteine zeugen von heftigen Auseinandersetzungen, die infolge der schleswig-holsteinischen Unabhängigkeitsbestrebungen im Revolutionsjahr 1848/49 ausbrachen. Einer ersten Unterdrückungswelle seitens der Dänen gegen die deutsche Sprache folgten nach dem Krieg von 1864 Maßnahmen der Preußen gegen die dänische Minderheitsbevölkerung. Die Volksabstimmung nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Verlust Nordschleswigs an Dänemark, insbesondere aber die kurzzeitige pro-dänische Bewegung nach 1945 entfachte die Gemüter beiderseits der Grenze erneut. Seit der Bonn-Kopenhagener-Erklärung von 1955, die jedermann die Freiheit des nationalen Bekenntnisses garantierte, gilt das nachbarschaftliche Zusammenleben von Deutschen und Dänen inzwischen als gelungenes Beispiel für ein friedliches Miteinander nationaler Minderheiten.

Bis 1974 hat der Kreis Schleswig seinen Bestand weitgehend bewahren können. Allerdings schied die Stadt Friedrichstadt bei der Bildung des Kreises Nordfriesland aus dem Kreisverband aus. Aus dem alten Kreis Flensburg wurde nach der reformierten Kreisordnung 1888 die Stadt Flensburg ausgegliedert. Die Novellen zur Amtsordnung 1968 und 1970 reduzierten die Anzahl der Gemeinden und schufen leistungsfähige Amtsverwaltungen. Zusammen mit dem Kreis gewährleisten sie eine umfassende Betreuung der Bürger im ländlichen Raum. Der am 24. März 1974 aus dem Kreis Schleswig und dem Kreis Flensburg-Land gebildete Kreis Schleswig-Flensburg  mit seinen rund 200.000 Einwohnern gehört mit 2.071 km² zu den größten Flächenkreisen in Deutschland.