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Kreis Schleswig-Flensburg - Immer aktuell informiert

Baumfällgenehmigung

Leistungsbeschreibung

Sie möchten auf Ihrem Grundstück einen Baum fällen oder Baumbestände roden?

In manchen Gemeinden Schleswig-Holsteins unterliegen Bäume dem Schutz einer Baumschutzsatzung. Diese regeln jeweils die Genehmigungsverfahren für Ausnahmen sowie Befreiungen und legen fest, welche Bäume inwieweit unter die Schutzbestimmungen fallen. Das Fällen eines Baumes ist dabei nur unter bestimmten Umständen erlaubt.

Das Fällen von besonderen, das Orts- oder Landschaftsbild prägenden Bäumen stellt einen Eingriff in die Natur und Landschaft dar. Die Beseitigung dieser Bäume bedarf einer Genehmigung durch die untere Naturschutzbehörde. Gegebenenfalls ist ein Ausgleich für den Eingriff erforderlich.

Bäume produzieren lebensnotwendigen Sauerstoff, dienen der Klimaverbesserung, sind Filter von Staub und Schadstoffen und sorgen für Luftfeuchtigkeit und -bewegung. Sie bieten Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere, beleben und gliedern das Stadt- beziehungsweise Ortsbild und dämpfen dabei den Lärm. Zum Erhalt der Bäume bedarf es deshalb insbesondere in stark besiedelten Räumen eines besonderen Schutzes.

An wen muss ich mich wenden?

An den Kreis oder die kreisfreie Stadt (Untere Naturschutzbehörden).

Welche Unterlagen werden benötigt?
  • Lagepläne,
  • Beschreibungen,
  • Angaben, die zur Beurteilung des Vorhabens notwendig sind.

Da weitere Unterlagen erforderlich sein können, wird empfohlen, sich diesbezüglich vorab mit der zuständigen Stelle in Verbindung zu setzen.

Welche Gebühren fallen an?

Es können Gebühren anfallen. Genaue Auskünfte hierzu erteilt die zuständige Stelle.

Welche Fristen muss ich beachten?

Das Fällen von Bäumen ist gem. § 39 Bundesnaturschutzgesetz in der Zeit vom 01. März bis 30. September eines Jahres verboten. Dieses Verbot gilt nicht für gärtnerisch genutzte Grundflächen, wozu auch Hausgärten, Kleingartenanlagen und Streuobstwiesen gehören.
 
Die Vorschriften des besonderen Artenschutzes, § 44 Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege müssen aber stets beachtet werden.

Rechtsgrundlage

§§ 39, 44 Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG).

Was sollte ich noch wissen?

Die örtlichen Baumschutzsatzungen finden ihre Ermächtigungen in § 29 BNatSchG in Verbindung mit § 18 LNatSchG.

Je nach Standort und Qualität des Baumes kann eine Genehmigung auch nach dem Baurecht oder anderen Bestimmungen des Naturschutzrechts erforderlich sein.

Baumschutz - Bäume sind schützenswert!

Regelungen zum Baumschutz

Bäume prägen unsere Städte und Dörfer ebenso wie die Landschaft, machen sie unverwechselbar. Sie sind Teil der Natur, wichtiger Lebensraum für Tiere wie Vögel oder Insekten aber auch für Pilze. Ihre Blüten und Früchte sind Nahrung für uns und viele Tiere. Unverzichtbar sind sie aber auch, weil sie unsere Luft sauber halten, Sauerstoff produzieren und so für ein gutes Klima und unser Wohlbefinden sorgen.
Bäume stehen nicht generell unter Naturschutz. Daraus den Schluss zu ziehen, sie könnten jederzeit gefällt werden, wäre allerdings falsch. Die nachfolgende Aufstellung benennt die verschiedenen Regelungen zum Baumschutz. Einige davon gelten bundesweit, andere wie zum Beispiel Baumschutzsatzungen nur in der jeweiligen Gemeinde.

Orts- und landschaftsbildprägende Bäume

Die Beseitigung oder erhebliche Beeinträchtigung eines orts- oder landschaftsbildprägenden Baumes gilt als Eingriff in Natur und Landschaft und bedarf daher einer Genehmigung durch die Naturschutzbehörde (§ 8 Landesnaturschutzgesetz). Bäume sind ortsbildprägend oder landschaftsbestimmend, wenn ihre Fällung als Lücke und nachhaltiger Verlust für das Landschafts- oder Ortsbild empfunden würde. Auf der Homepage finden Sie ein Antragsformular und weitere Informationen, wann ein Baum als orts- oder landschaftsbildprägend anzusehen ist.

Biotopschutz

Bäume können Teil eines gesetzlich geschützten Biotops (§ 30 Bundesnaturschutzgesetz) sein. So stehen Bäume und Gehölze im Uferbereich von natürlichen und naturnahen Gewässern unabhängig von ihrer Größe unter Schutz.) Die Beseitigung bzw. die Beeinträchtigung derartiger Gehölze ist grundsätzlich verboten. Eine Befreiung von dem Verbot ist nur in besonderen Einzelfällen möglich und bei der unteren Naturschutzbehörde zu beantragen.
In Schleswig Holstein sind noch zwei weitere Biotope mit Bäumen geschützt: Alleen und Knicks. Knicks gehören zu den prägenden Landschaftselementen in Schleswig-Holstein. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – darunter auch viele gefährdete Arten. Zudem üben Knicks wichtige Boden- und Klimaschutzfunktionen im waldarmen Schleswig – Holstein aus. Knicks sind daher gesetzlich geschützte Biotope und können nur auf Antrag im begründeten Einzelfall beseitigt oder verschoben werden. Das entsprechende Formular finden Sie auf der Homepage. Um die wichtigen und vielfältigen Knickfunktionen und das typische Erscheinungsbild der Knicks zu erhalten, ist eine fachgerechte Pflege unerlässlich. Diese Pflege kann in der Zeit vom 1. Oktober bis einschließlich 28. Februar erfolgen.
Einzelheiten zum Knickschutz und zu den sogenannten Überhältern, den landschaftsbildprägenden Bäumen in den Knicks, sind einmal im § 21 Landesnaturschutzgesetz und im sogenannten Knickerlass geregelt. Diese Regelungen findet man auf der Homepage des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.

Naturdenkmale

Als Naturdenkmale können Einzelschöpfungen der Natur, wie alte oder seltene Bäume, aufgrund ihrer Eigenart oder Schönheit ausgewiesen werden. Die etwa 50 ausgewiesenen Naturdenkmale im Kreis Schleswig-Flensburg setzen sich überwiegend aus Einzelbäumen, gelegentlich Baumgruppen oder seltener einer Allee zusammen. Jede Beschädigung der Bäume ist verboten.

Landschaftsschutzgebiete

In den 16 Landschaftsschutzgebieten im Kreis Schleswig Flensburg gibt es in der Regel gesonderte Bestimmungen zum Schutz von Bäumen. So ist in den Landschaftsschutzgebieten „Nördliches Schleiufer“ und „Flensburger Förde“ die Beseitigung eines Baumes mit einem Brusthöhendurchmesser über 60 cm genehmigungspflichtig. Eine Karte der Landschaftsschutzgebiete erhält man im Landwirtschafts- und Umweltatlas, eine Liste der Schutzgebiete auf der Seite des Kreises.

Baumschutz durch die Gemeinde

Einige Städte und Gemeinden im Kreis Schleswig-Flensburg haben in ihrem Gemeindegebiet selbst bestimmt, welche Bäume und Gehölze schützenswert sind und eine Baumschutzsatzung erlassen. Ob es eine solche Verordnung gibt und welche Regelungen sie enthält, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde oder in der Amtsverwaltung. Bäume innerhalb von Bebauungsplänen können von Städten und Gemeinden als zu erhalten festgesetzt werden. Welche Bebauungspläne und welche Bäume davon betroffen sind, können Sie bei Ihrer jeweiligen Amts-oder Gemeindeverwaltung erfahren. Dort müssen Sie eine Befreiung auch beantragen.

Artenschutz

Bäume sind nicht nur erhaltens- und schützenswert, weil sie unsere Orte und die Landschaft prägen, sondern alte Bäume sind auch Lebensraum einer Vielzahl verschiedener Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Spalten und Höhlen in Bäumen bieten beispielsweise Fledermäusen wichtige Rückzugsräume. Vögel bauen ihre Nester in Bäumen, ziehen ihre Jungen in Bruthöhlen auf oder suchen nach Nahrung, wie z.B. Spechte. Neben Säugetieren und Vögeln leben unzählige Insekten und Kleinstlebewesen von und in Bäumen.
Zum Schutz der Arten ist es in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September verboten Bäume zu fällen. Diese Schutzfrist gilt für Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Flächen stehen.
Bevor ein Baum gefällt werden darf, ist vom Antragsteller immer eigenverantwortlich zu überprüfen, ob geschützte Arten (Vögel, Fledermäuse, Käfer) betroffen sind. Weist der Baum Risse oder Spalten auf, ist es wahrscheinlich, dass geschützte Arten ihn als Lebensstätte nutzen. Bei solchen Höhlenbäumen muss vor der Fällung ausgeschlossen werden, dass geschützte Tierarten in ihm leben, hierfür ist eine Kontrolle durch eine fachkundige Person erforderlich.
Da selbst Vogelnester von auffälligen Arten, wie z. B. dem Turmfalken nur mit hohem Aufwand im belaubten Zustand festgestellt werden können, sollte während der Schutzfrist grundsätzlich auf das Fällen oder Schneiden von Bäumen verzichtet werden.
Leben geschützten Arten im Baum ist auf jeden Fall die Naturschutzbehörde hinzuzuziehen.

Zuständig

Kreis Schleswig-Flensburg/ Naturschutz

Flensburger Straße 7
24837 Schleswig
Telefon: 04621 87-0
Fax: 04621 87-588

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Kontakt

Frau Rosemarie Holst

Kreisentwicklung, Bau und Umwelt
661 Naturschutz
Flensburger Straße 7
24837 Schleswig
Telefon: 04621 87-552
Fax: 04621 87588
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