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Unterhalt

Leistungsbeschreibung

Unterhalt bezeichnet die für den Lebensbedarf eines Menschen erforderlichen Aufwendungen. Im Wesentlichen sind Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt zu unterscheiden.

Kindesunterhalt:
Soweit ein getrennt lebender Elternteil ein minderjähriges Kind betreut, erfüllt es in der Regel seine Unterhaltspflicht durch die Erziehung und Pflege des Kindes. Der andere Elternteil schuldet Barunterhalt.
Gegenüber minderjährigen Kindern besteht eine sogenannte gesteigerte Unterhaltspflicht. Das heißt, der Barunterhaltspflichtige muss alles ihm Zumutbare tun, um den Unterhalt des Kindes sicherzustellen. Die Höhe des Barunterhaltes berechnet sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Maßgebliche Faktoren sind dabei das anzurechnende Einkommen des Unterhaltspflichtigen und das Alter des Kindes.

Volljährige Kinder haben grundsätzlich nur dann einen Unterhaltsanspruch, wenn sie sich in Ausbildung befinden oder aufgrund von Krankheit nicht in vollem Umfang dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, also nicht selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen können.

Soweit vom Unterhaltsverpflichteten kein oder kein regelmäßiger Unterhalt zu bekommen ist, können Kinder von Alleinerziehenden bis zum Alter von 18 Jahren von der Unterhaltsvorschusskasse Unterhalt erhalten. Voraussetzung dafür ist u.a., dass die über zwölfjährigen Kinder nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen sind oder ihr  alleinerziehender Elternteil im SGB II-Bezug mindestens 600 Euro verdient.

Ehegattenunterhalt:
Kann ein Ehegatte nach der Trennung bzw. der der Scheidung nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen, so hat er - unter bestimmten Voraussetzungen - gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Unterhalt.

Rechtsgrundlage

§§ 1569 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Was sollte ich noch wissen?

Weitere Informationen zum Kindesunterhalt finden Sie in der kostenlosen Broschüre „Kindschaftsrecht“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.
Weitere Informationen zur Beistandschaft finden Sie in der kostenlosen Broschüre „Die Beistandschaft“  des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Weitere Informationen zum Unterhaltsvorschuss erhalten Sie in der kostenlosen Broschüre "Der Unterhaltsvorschuss - Eine Hilfe für Alleineriehende" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder in dem für Sie örtlich zuständigen Jugendamt.

Unterhaltsvorschusskasse Schleswig-Flensburg

Unterhaltsvorschuss – Neuregelungen ab dem 01.01.2020

Grundsätzlich steht Unterhaltsvorschuss Kindern zu, die bei einem ihrer Elternteile leben, welcher ledig, verwitwet, geschieden oder von seinem Ehepartner dauerhaft getrennt lebend ist. Sofern der andere Elternteil nicht, nicht regelmäßig oder weniger Unterhalt als den Unterhaltsvorschusssatz bezahlt, können Sie einen Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen haben.

Sollte der andere Elternteil verstorben sein, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen. Die Halbwaisenrente wird in diesem Fall auf die Unterhaltsvorschussleistungen angerechnet.

Sofern die Vaterschaft Ihres Kindes noch nicht anerkannt ist, besteht grundsätzlich Anspruch auf Unterhaltsvorschussleistungen, sofern die Mutter bei der Vaterschaftsfeststellung mitwirkt. Sollte es bei der Vaterschaftsfeststellung Probleme geben, können Sie sich an die Beistandschaft des Kreises wenden, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Die aktuellen Sätze ab dem 01.01.2020 sind:

Altersstufe

Alter des Kindes

Mindestunterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle

abzüglich Kindergeld

Unterhaltsvorschuss
I 0-5 Jahre 354 Euro

204 Euro

165 Euro
II

6-11 Jahre

406 Euro

204 Euro 220 Euro
III

12-17 Jahre

476 Euro

204 Euro 293 Euro

 

Die weiteren Anspruchsvoraussetzungen finden Sie im Merkblatt zum Unterhaltsvorschussgesetz.

Die aktuellen Öffnungszeiten der Unterhaltsvorschusskasse sind:

Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr und am Donnerstag zusätzlich 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr, am Dienstag hat die Unterhaltsvorschusskasse geschlossen.

Sie finden uns Am Lornsenpark 1 in Schleswig. Bitte melden Sie sich im 1. Obergeschoss, dort finden Sie Ihren Ansprechpartner.

Sofern Sie einen Antrag stellen möchten, finden Sie die benötigten Antragsformulare im rechten Bereich unter Dokumente.

Antragsformular: Wenn Sie noch keinen Unterhaltsvorschuss bekommen oder von außerhalb des Landes Schleswig-Holstein zugezogen sind, füllen Sie bitte einen Antrag pro Kind aus!

Kurzantrag: Wenn Sie derzeit Leistungen einer anderen Unterhaltsvorschusskasse innerhalb des Landes Schleswig-Holstein (Stadt Flensburg, Kreis Nordfriesland, Kreis Rendsburg-Eckernförde, Kreis Dithmarschen, Stadt Kiel, Kreis Plön, Kreis Steinburg, Kreis Pinneberg, Kreis Segeberg, Kreis Stormarn, Stadt Lübeck, Kreis Ostholstein, Stadt Neumünster oder Kreis Herzogtum Lauenburg) erhalten und in den Kreis Schleswig-Flensburg verzogen sind. Bitte füllen Sie einen Antrag pro Kind aus!

Merkblatt bei nicht festgestellter Vaterschaft: Sofern die Vaterschaft Ihres Kindes nicht festgestellt ist, füllen Sie dieses Merkblatt bitte aus und reichen dieses bei der Antragstellung mit ein.

Zusatzblatt zum Antrag für Kinder ab 15 Jahren: Bitte ausfüllen und mit einreichen, wenn Ihr Kind 15 Jahre alt ist oder sofern das 15. Lebensjahr in den nächsten 6 Monaten vollendet wird.

Zusatzblatt zum Antrag bei regelmäßigem Umgang mit dem anderen Elternteil: Sofern regelmäßiger Umgang mit dem anderen Elternteil stattfindet, füllen Sie dieses Merkblatt bitte aus und reichen es ebenfalls mit ein.

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, rufen Sie bitte unter der Nummer 04621/48122838 an, dort werden Sie mit dem für Sie zuständigen Ansprechpartner verbunden. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an unterhaltsvorschusskasse@schleswig-flensburg.de, dann setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.