Hilfsnavigation

 
 
Kreis Schleswig-Flensburg - Vielfältige Kultur erleben

 

Ausstellung Industriemuseum Kupfermühle

"Wir wurden durchgeschnitten - vi blev skåret igennem" - Eine Ausstellung anläßlich der Volksabstimmmung 1920

ab 18. Oktober 2020 geöffnet

Kupfermühle Sonderausstellung Wir wurden durchgeschnitten ist ein Zitat einer Anwohnerin aus dem Jahr 1920. Das Industriemuseum Kupfermühle liegt nur wenige Meter von der Grenze entfernt und der kleine Fluss Krusau, der das ehemalige Kupfer- und Messingwerk jahrhundertelang mit Energie versorgt hatte, wurde zum Grenzfluss.
Die Ziehung einer neuen Staatsgrenze hatte einschneidende Wirkung auf die Region. Für das Kupfer- und Messingwerk und die Einwohner der damaligen Gemeinde Kupfermühle war die neue Grenze ein unglaublicher Einschnitt. Die Ausstellung zeigt in allen drei Museumshallen in drei Abschnitten, den Verlauf der Abstimmungen, die Diskussionen über den endgültigen Grenzverlauf und die Auswirkungen der neuen Grenze. Begleitet werden die aufwendig gestalteten zweisprachigen Texttafeln und Exponate von zwei Fotoschauen und zwei zweisprachigen Filmen.
Der junge dänische Künstler Oskar Koliander hat zum Thema Grenze mehrere Kunstwerke zur Verfügung gestellt und es wird eine kleine Auswahl von Gemälde des Marinemalers und Zollbeamten H.W.Spitzmann aus Krusau/Kupfermühle gezeigt. Der Schwerpunkt der Sonderausstellung liegt auf den Ereignissen, die um 1920 in Kupfermühle stattfanden: die wirtschaftliche Situation in dem Kupfer- und Messingwerk, der Einfluss Flensburgs, die eigentliche Abstimmung, die Ergebnisse und ihre Folgen für den Ort uns seine Bewohner. Dabei werden auch zwei Protagonisten in Kupfermühle gegenübergestellt, der deutschgesinnte Direktor der deutschen Schule Heldt und der dänisch gesinnte Arbeiter und politisch engagierte Nicolai Nielsen. Zusätzlich sollen stellvertretend am Beispiel des Unternehmers Hübsch, des dänischen Politikers Hanssen und auch des deutschen Politikers Körner die vielen Interessen rund um die Abstimmung und Grenzziehung aufgezeigt werden.
Für Kupfermühle werden die wirtschaftlichen Folgen, die Entstehung einer dänischen Minderheit und die Verwaltung der Grenze exemplarisch dargestellt. Einer für Kupfermühle sehr wichtigen Entwicklung, die mit der Grenzziehung kam, war die Einführung von Grenzkontrollen und Zollstationen auf dänischer und deutscher Seite – auch diese prägten nicht nur den Warenverkehr und Handel, auch das Leben der Bewohner wurde verändert. Alte Verbindungen wurden unterbrochen und neue entstanden. Es ist in den letzten 100 Jahren sehr viel über die Ereignisse um 1920 geschrieben worden und es wurde und wird in zahlreichen Ausstellungen in Dänemark und Deutschland ein vielfältiges Bild des Umbruchs gezeigt. Zur Orientierung und als ergänzende Information für die Besucher*innen hat das Industriemuseum eine 40seitige zweisprachige Chronologie veröffentlicht. Sie beschreibt 1500 Jahre Grenzgeschichte, hat ihren Schwerpunkt aber um 1920. Die Sonderausstellung wird bis zum Oktober 2021 gezeigt und im kommenden Jahr mit einem Festakt gefeiert.

Gefördert wurde die Ausstellung durch das Land Schleswig-Holstein, die Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg und den Traugott Møllers Fond; unterstützt durch die Gemeinde Harrislee.

Die Ausstellung ist ab dem 18.Oktober zu den allgemeinen Öffnungszeiten und nach Absprache für angemeldete Gruppen ab 8 Personen ganzjährig zu besichtigen.

Industriemuseum Kupfermühle
Messinghof 3, 24955 Harrislee
www.industriemuseum-kupfermuehle.d