Kultur-, Schul- und Sportausschuss stärkt musikalische Bildung im offenen Ganztag
Der Kultur-, Schul- und Sportausschuss hat in seiner Sitzung am 26. Mai 2026 einstimmig beschlossen, die Musikschullehrerstunden für den offenen Ganztag an Schulen (OGS) zu erhalten. Ursprünglich war vorgesehen, eine frei gewordene Musiklehrerstelle, die bereits im Stellenplan enthalten ist, nicht nachzubesetzen und damit einzusparen. Mit dem Beschluss des Ausschusses kann die Kreismusikschule die Stelle nun erhalten und für den Ausbau der Angebote im offenen Ganztag einsetzen. Damit reagiert die Kreispolitik auf die steigende Nachfrage der Schulen sowie auf den Wunsch des Landes nach mehr musikalischen Angeboten im Ganztag.
Angela Schüssler, Leiterin der Kreismusikschule Schleswig-Flensburg, machte in ihrem Vortrag vor den Ausschussmitgliedern deutlich, wie wichtig Musikunterricht im offenen Ganztag ist: „Mit den Angeboten in der Grundschule erreichen wir deutlich mehr Kinder als im Einzelunterricht an der Kreismusikschule. Die Angebote im offenen Ganztag eröffnen den Kindern unabhängig vom Elternhaus den Zugang zu kultureller Bildung, fördern Kreativität, Konzentration und soziale Fähigkeiten und schaffen wichtige Gemeinschaftserlebnisse. Die Kinder können Instrumente kennenlernen, gemeinsam musizieren und Talente entdecken, die sonst möglicherweise unentdeckt blieben.“
Auch das Land Schleswig-Holstein misst den Musikschulen eine wichtige Rolle als Bildungspartner bei und hat die Landesförderung für das Jahr 2026 deutlich erhöht. Gleichzeitig wächst auch an den Schulen selbst das Interesse, den offenen Ganztag durch musikalische Angebote zu bereichern. Bereits neun Schulen im Kreis haben zusätzlichen Bedarf für das kommende Schuljahr angemeldet. Durch den Beschluss des Kultur-, Schul- und Sportausschusses kann die Kreismusikschule auf diese Nachfrage nun reagieren und die Angebote entsprechend ausbauen.
Besonders erfreulich ist die Entscheidung vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage der Kulturstiftung als Trägerin der Kreismusikschule. Noch im März wurde überlegt, als Sparmaßnahme auf die OGS-Stundenerhöhung zu verzichten. Trotz des notwendigen Sparkurses wurde jedoch bewusst entschieden, nicht bei den Musikangeboten für Kinder und Jugendliche zu kürzen. Für die Kulturstiftung bleiben die Kosten zur Sicherung der Musiklehrerstunden im offenen Ganztag zudem vergleichsweise gering, da der überwiegende Teil des Personalaufwandes von den jeweiligen OGS-Trägern übernommen wird. Selbst bei vollständiger Auslastung der Stelle entstünde für das Haushaltsjahr 2026 lediglich eine Belastung von rund 5.500 Euro.
Für den Erhalt der Musikschullehrerstunden im offenen Ganztag muss die Kreismusikschule keine zusätzlichen Lehrkräfte neu einstellen. Stattdessen werden die angefragten Stunden von bereits beschäftigten Musiklehrkräften übernommen, die ihre bisherigen Teilzeitstellen aufstocken möchten. Auf diese Weise kann ein Umfang von bis zu einer vollen Stelle abgedeckt werden.
„Gerade im offenen Ganztag kommen Kinder oft zum ersten Mal mit musikalischer Bildung in Kontakt. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass wir diese Angebote trotz der schwierigen Haushaltslage der Kulturstiftung erhalten und weiterentwickeln“, erklärt Mario de Vries, Vorsitzender des Kultur-, Schul- und Sportausschusses. „Besonders erfreulich ist dabei, dass wir mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz vielen Kindern den Zugang zu Musik und gemeinschaftlichem Lernen ermöglichen können.“