Kultur für alle: Der Kulturschlüssel im Norden ermöglicht Teilhabe
Ein Konzert besuchen, eine Ausstellung ansehen oder ins Theater gehen. Kulturelle Angebote sollen möglichst vielen Menschen offenstehen. Doch für Menschen mit geringem Einkommen ist der Eintrittspreis oft eine Hürde. Hier setzt der „Kulturschlüssel im Norden“ an. Das Projekt ermöglicht allen Bürger*innen mit geringem Einkommen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg und aus Flensburg vergünstigt oder kostenfrei kulturelle Veranstaltungen zu besuchen.
Kreis unterstützt das Projekt
Hinter dem Kulturschlüssel steht die bequa Flensburg, eine gemeinwohlzertifizierte kommunale Gesellschaft. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die berufliche, gesellschaftliche und soziale Integration von arbeitslosen Menschen.
Der Kreis Schleswig-Flensburg fördert den Kulturschlüssel im Norden bereits seit Ende 2024. Im Februar 2026 stellte die bequa Flensburg dem zuständigen Arbeits- und Sozialausschuss die aktuellen Entwicklungen des Projekts vor. Für das Förderjahr 2026 beschloss der Ausschuss daraufhin eine Unterstützung in Höhe von rund 11.500 Euro. Gleichzeitig bestand seitens der Kreispolitik der Wunsch, den Kulturschlüssel im Kreis Schleswig-Flensburg noch bekannter zu machen und weitere Nutzer*innen zu gewinnen. Wie sich das Projekt inzwischen entwickelt hat und wie es angenommen wird, berichtete Christoph Fels von der bequa Flensburg am 2. September 2026 erneut im Arbeits- und Sozialausschuss.
Mit dem Kulturschlüssel ins Konzert, Theater oder Museum
Der Kulturschlüssel steht für kulturelle Teilhabe unabhängig vom Einkommen. Dafür arbeitet die bequa Flensburg mit sogenannten Kulturpartnern zusammen. Das sind kulturelle Einrichtungen und Veranstalter, die das Projekt unterstützen und vergünstigte oder kostenfreie Eintrittsmöglichkeiten anbieten. Dazu gehören beispielsweise Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Ausstellungen oder auch der Kinobesuch. Im Kreis Schleswig-Flensburg sind aktuell neun Kulturpartner dabei, unter anderem das NORDEN Festival, das Planetarium Glücksburg, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Schleswig-Holsteinische Landestheater und das Sinfonieorchester. Seit April 2026 sind außerdem alle Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen Kulturpartner. Insgesamt beteiligen sich derzeit 31 Kulturpartner, der überwiegende Teil davon in Flensburg. Die Kulturangebote in Flensburg stehen den Nutzer*innen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg ebenfalls offen. In diesem Jahr (Stichtag: 30.07.2026) stellten die Kulturpartner bereits Eintrittskarten für 430 Veranstaltungen bereit, davon 139 im Kreis Schleswig-Flensburg.
Einfacher Zugang durch die Kulturschlüssel-Karte
Wer über ein geringes Einkommen verfügt, kann eine persönliche Kulturschlüssel-Karte erhalten. Dafür ist ein entsprechender Nachweis erforderlich, wie beispielsweise ein aktueller Einkommensnachweis, ein Nachweis über den Leistungsbezug, ein Sozialpass oder S-Pass sowie ein gültiges Ausweisdokument. Mit der Karte können die Angebote der teilnehmenden Kulturpartner unkompliziert und ohne großen Aufwand genutzt werden.
Nachfrage im Kreis gestiegen
Seit der letzten Vorstellung im Arbeits- und Sozialausschuss im Februar hat die bequa Flensburg verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Zielgruppe noch besser zu erreichen. So kann der Kulturschlüssel mittlerweile auch online beantragt werden. Ein übersichtlicher Veranstaltungskalender informiert über kommende Events und ein neuer Erklärfilm zeigt anschaulich und leicht verständlich, was der Kulturschlüssel ist und wie er genutzt werden kann.
Dass das Angebot auch im Kreis Schleswig-Flensburg inzwischen zunehmend angenommen wird, zeigen die aktuellen Zahlen, die Christoph Fels im Ausschuss vorstellte. Während im gesamten Jahr 2025 53 Kulturschlüssel-Karten an berechtigte Personen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg ausgegeben wurden, waren es zum Stichtag 30. Juli 2026 schon 84 Karten. Damit wurde die Zahl des gesamten Vorjahres bereits deutlich übertroffen. Für die bequa Flensburg ist das ein wichtiges Signal. „Zu sehen, wie die Nutzer*innenzahl wächst, macht uns froh und motiviert uns, weiter zu machen. In Zeiten, in denen sich manche Menschen vermehrt abgehängt fühlen, stellt dieses für die Bürger*innen kostenlose Angebot einen wichtigen Beitrag des Kreises zur kulturellen Teilhabe dar“, folgerte Christoph Fels gegenüber der Kreispolitik. Auch von den Kulturpartnern erhalte die bequa Flensburg eine positive Resonanz. Gleichzeitig brauche es Zeit, bis ein solches Angebot die Zielgruppe flächendeckend erreiche. Die bisherigen Entwicklungen stimmten jedoch zuversichtlich, dass der eingeschlagene Weg richtig sei und die Zahl der Nutzer*innen weiterwachsen könne.
Austausch zwischen Kreispolitik und Träger
In der anschließenden Diskussion waren sich die Ausschussmitglieder einig, dass der Kulturschlüssel ein wichtiges Projekt für die Region sei, das Begegnungen schafft, neue Perspektiven eröffnet und Menschen zusammenbringt. Die Kreispolitik zeigte sich erfreut über den Zuwachs der Karteninhaber*innen im Kreis, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass ein weiterer Anstieg gewünscht sei. Ziel sollte es sein, künftig noch mehr Menschen im Kreis Schleswig-Flensburg zu erreichen. Ausschussvorsitzende Heide Brodda bedankte sich abschließend bei der bequa Flensburg: „Vielen Dank dafür, dass Sie unsere Ideen und Anregungen aus dem Februar mitgenommen und umgesetzt haben und sich heute den kritischen Fragen im Ausschuss gestellt haben. Wir hoffen, dass die Zahl der Nutzer*innen weiterhin wächst.“
Weitere Informationen
Weitere Informationen zum „Kulturschlüssel im Norden“, zu der Beantragung, den Voraussetzungen und den teilnehmenden Kulturpartnern stellt der Fördekompass bereit.