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Mit verlässlichen Daten in die Zukunft: Kreistag beschließt strategische Nutzung neuer Bevölkerungs- und Haushaltsprognose

Wie entwickeln sich Bevölkerung, Haushaltsstrukturen und Wohnraumbedarfe im Kreis Schleswig-Flensburg in den kommenden Jahren? Um diese Fragen zu beantworten, beauftragte der Kreis eine kleinräumige Bevölkerungs- und Haushaltsprognose bis zum Jahr 2040. Die Ergebnisse liegen mittlerweile vor und wurden im Arbeits- und Sozialausschuss (ASA) beraten. Auf Empfehlung des ASA hat der Kreistag bei seiner Sitzung am 24. Juni 2026 die Kreisverwaltung beauftragt, die Ergebnisse künftig als Grundlage für Planungen und strategische Entscheidungen zu nutzen sowie den Städten, Ämtern und Gemeinden für ihre eigenen Entwicklungs- und Planungsvorhaben zur Verfügung zu stellen.

Verlässliche Grundlage für Entscheidungen
Die Prognose basiert auf den aktuellen Daten des Zensus 2022 sowie den Bevölkerungsvorausberechnungen des Landes Schleswig-Holstein. Besonderes Augenmerk lag auf einer kleinräumigen Betrachtung bis auf Gemeindeebene. Insgesamt wurden drei unterschiedliche Prognoseszenarien für den Kreis erstellt. Damit können die sehr unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Kreises realitätsnah abgebildet werden.

„Für gute politische Entscheidungen brauchen wir belastbare Daten. Die Prognose zeigt nicht nur, wie sich die Bevölkerungszahlen entwickeln könnten, sondern macht auch deutlich, welche Herausforderungen und Chancen auf unsere Gemeinden zukommen. Sie hilft uns, die Weichen für eine gute Daseinsvorsorge und eine bedarfsgerechte Wohnraumentwicklung rechtzeitig zu stellen“, betont Heide Brodda, Vorsitzende des Arbeits- und Sozialausschusses.

Gesamtbevölkerung bleibt zunächst stabil
Frühere Prognosen gingen noch von einem deutlichen Bevölkerungsrückgang aus. Tatsächlich hat sich die Einwohnerzahl des Kreises in den vergangenen Jahren jedoch positiver entwickelt als erwartet. Die nun vorgelegte Prognose kommt zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerungszahl in allen betrachteten Szenarien zunächst leicht ansteigt. Ab etwa 2030 entwickeln sich die Szenarien unterschiedlich. Ausgehend von derzeit rund 205.000 Einwohner*innen bewegt sich die voraussichtliche Bevölkerungszahl im Jahr 2040 je nach Entwicklung zwischen etwa 202.600 und 213.700 Menschen.

Die Kreisbevölkerung wird älter
Unabhängig vom jeweiligen Szenario zeigt die Prognose einen klaren Trend: Die Bevölkerung im Kreis Schleswig-Flensburg wird älter. Der Anteil der Menschen über 65 Jahre nimmt bis 2040 weiter zu. Besonders stark wächst die Gruppe der Hochaltrigen über 80 Jahre. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die gesundheitliche Versorgung, die Altenhilfe und Pflege sowie an den Wohnungsmarkt.

Mehr kleine Haushalte
Auch die Haushaltsstrukturen verändern sich deutlich. Die Prognose zeigt einen anhaltenden Anstieg kleiner Haushalte, insbesondere von Ein-Personen-Haushalten. Größere Haushalte mit drei oder mehr Personen werden dagegen künftig einen geringeren Anteil ausmachen. Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf den Wohnraumbedarf. Künftig werden verstärkt kleinere und bedarfsgerechte Wohnungen benötigt.

Grundlage für Wohnungsmarktprognose und „Netzwerk Wohnen“
Kreispräsident Walter Behrens unterstreicht die Bedeutung der Prognose für die zukünftige Entwicklung des Kreises: „Die Prognose liefert eine wichtige Orientierung für die kommenden Jahre – von der Wohnraumentwicklung über die soziale Infrastruktur bis hin zu Fragen der medizinischen Versorgung, Mobilität und Nahversorgung.“

Die Ergebnisse der Bevölkerungs- und Haushaltsprognose sollen daher nun in die weitere Arbeit des Kreises einfließen. Der Kreistag hat beschlossen, die Daten als Grundlage für eine Wohnungsmarktprognose zu nutzen. Ziel ist es, den zukünftigen Wohnraumbedarf genauer zu untersuchen und daraus Handlungsmöglichkeiten für eine bedarfsgerechte Wohnraumversorgung abzuleiten.

Darüber hinaus sollen die Ergebnisse die Basis für ein neues „Netzwerk Wohnen“ bilden. Gemeinsam mit Kommunen und weiteren Akteuren sollen Strategien entwickelt werden, um den Wohnungsmarkt zukunftsfähig aufzustellen und den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen im Kreis gerecht zu werden.

Weitere Informationen zum Beschluss finden Sie im Kreisinformationssystem

08.07.2026 
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