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Recht und Regelungen

Fachtag „Perspektiven für unsere Einwanderungsgesellschaft“

Fachtag „Perspektiven für unsere Einwanderungsgesellschaft“ – Austausch über Zugehörigkeit, juristische Voraussetzungen für Teilhabe und politische Verantwortung

Am 7. September 2026 fand im Landtag Schleswig-Holstein der Fachtag „Perspektiven für unsere Einwanderungsgesellschaft“ statt. Auch die Koordinierungsstelle für Integration, Teilhabe und Zusammenhalt des Kreises Schleswig-Flensburg war dabei.

Im Mittelpunkt standen Fragen zu Zugehörigkeit, Integration und gesellschaftlicher Teilhabe. Besonders wichtig war die Perspektive von Migrantenorganisationen. Sie machten auf bestehende Diskriminierung aufmerksam und forderten mehr Unterstützung für ihre Arbeit - in Formen von finanzieller Unterstützung und von Verwaltungsreformen. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte seien längst gut in der Gesellschaft angekommen, würden in der öffentlichen Diskussion aber kaum wahrgenommen.

Auch die Rolle der Ausländerbehörden im Integrationsprozess wurde diskutiert. Dabei wurde insbesondere darauf aufmerksam gemacht, dass diese Behörden nach wie vor mit Aufgaben überladen sind. In dem Zusammenhang wurde die Forderung nach einer Stärkung von Strukturen laut. Konkret wurden die Bereiche Einbürgerung und Rückführung genannt, die aus Sicht der Forschung auf der kommunalen Ebene nicht optimal verortet sind. Ein weiterer Schwerpunkt war der Flüchtlingsschutz. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Genfer Flüchtlingskonvention wurde über das Spannungsfeld zwischen rechtlichen Ansprüchen und der politischen Realität in Deutschland und Europa gesprochen.

Am Nachmittag diskutierten die migrationspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen über aktuelle Herausforderungen. Nicht alle Parteien waren vertreten. Dafür vertraten die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter teilweise sehr unterschiedliche Positionen – entsprechend kontrovers verlief die Diskussion.

Für die Koordinierungsstelle wurde dabei eines besonders deutlich: Eine gelingende Einwanderungsgesellschaft braucht engagierte Migrantenorganisationen, verlässliche Strukturen und vor allem einen ehrlichen politischen Diskurs. Auch Entscheidungen, die nicht getroffen werden, sind Teil politischer Aushandlungsprozesse und prägen die Bedingungen, unter denen Integration stattfindet. 

Integration lässt sich dabei nicht auf einzelne Projekte, Veranstaltungen oder Förderprogramme reduzieren. Sie entsteht im Spannungsfeld von Herausforderungen, Chancen und den ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten der Menschen. Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, politische Kampagnen und Förderprogramme können wichtige Impulse geben. Der größte Teil von Integration geschieht jedoch dort, wo sie kaum sichtbar ist: im Alltag, in Vereinen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in Schulen und in persönlichen Begegnungen.

Die Aufgabe von Politik und Verwaltung ist es deshalb nicht, Integration vollständig zu planen. Sie müssen gute Rahmenbedingungen schaffen, Hindernisse abbauen und Räume für Begegnung und Teilhabe ermöglichen. Gleichzeitig ist es wichtig, Erwartungen und Begingungen klar zu formulieren. Denn Integration ist am Ende kein einzelnes Projekt und kein fertiges Konzept – sie ist ein gemeinsamer gesellschaftlicher Prozess.


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