Von Demokratieförderung bis Digitalisierung: Arbeits- und Sozialausschuss berät über vielfältige Themen im Kreis Schleswig-Flensburg
In seiner Sitzung am 27. Mai 2026 befasste sich der Arbeits- und Sozialausschuss (ASA) des Kreises Schleswig-Flensburg mit einer Vielzahl sozialpolitischer Themen rund um eine gute gesellschaftliche Teilhabe, faire Chancen und soziale Unterstützung für die Einwohner*innen im Kreis.
Zu Beginn informierten Vertreterinnen der Schwangerschaftsberatungsstellen im Kreis über den aktuellen Stand eines Projektes, das der Arbeits- und Sozialausschuss bereits seit einigen Jahren begleitet: Seit 2020 stellt der Kreis Schleswig-Flensburg Fördergelder zur Finanzierung von Verhütungsmitteln für Kreisbewohner*innen mit geringem Einkommen zur Verfügung. Die Projektverantwortlichen berichteten im Ausschuss über die Entwicklung des Angebots, dessen Nutzung durch die Zielgruppe sowie die bisherigen Erfahrungen aus der Praxis. Insgesamt ist das Projekt eine wichtige Maßnahme zur bewussten Familienplanung für Personen, die keine für sie geeigneten Verhütungsmittel finanzieren können.
Anschließend berichtete die Partnerschaft für Demokratie (PfD) über den aktuellen Stand ihrer Arbeit. Die PfD ist eine Kooperation des Kreises Schleswig-Flensburg, des Kreisjugendringes Schleswig-Flensburg e.V. und der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg. Seit 2021 unterstützt und initiiert die PfD Projekte zur Demokratieförderung, Extremismusprävention und Stärkung einer vielfältigen Gesellschaft im Kreis. Im Gespräch mit den Ausschussmitgliedern stand unter anderem die Frage im Mittelpunkt, wie es der PfD gelingt, demokratieskeptische Menschen mit ihren Projekten zu erreichen.
Darüber hinaus sprach der Ausschuss mehrere Empfehlungen für die weitere Beratung im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Kreistag aus:
Thema waren zunächst die Ergebnisse der aktuellen Bevölkerungs- und Haushaltsprognose bis zum Jahr 2040 mit Fokus auf die zu erwartenden Entwicklungen in der Gesamtbevölkerungszahl, der Altersstruktur und der Haushaltsgrößen im Kreis. Die prognostizierten Entwicklungen haben unmittelbare Auswirkungen auf Wohnraumbedarf, soziale Infrastruktur (z. B. Kitas, Schulen, Pflegeangebote), medizinische Versorgung, Mobilität, Teilhabechancen und die Nahversorgung. Daher empfahl der Ausschuss einstimmig, die Ergebnisse als Grundlage für zukünftige Planungen zu nutzen und diese auch den Gemeinden für eigene Entwicklungskonzepte zur Verfügung zur stellen.
Der Ausschuss empfahl einstimmig, die Aufwandsentschädigung des Beauftragten für Menschen mit Behinderung im Kreis Schleswig-Flensburg zu erhöhen. Nach dem Vorschlag der Politik soll sie um 75 Prozent steigen. Das entspricht der Erhöhung, die die Kreistagsmitglieder zu Beginn des Jahres erhalten haben. In Zukunft soll die Entschädigung außerdem automatisch angepasst werden, wenn sich die Aufwandsentschädigungen der Kreistagsmitglieder ändern.
Auch digitale Projekte standen auf der Tagesordnung: Der Ausschuss hat den Weg frei gemacht für die Einführung eines Internet Portals für das Jobcenter Schleswig-Flensburg sowie die Bereitstellung der dafür erforderlichen Haushaltsmittel für den Haushalt 2027.
Damit die drei Beschlüsse endgültig in Kraft treten können, müssen nun der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Kreistag den Empfehlungen in ihren kommenden Sitzungen folgen.
Die Politik erkundigte sich im Rahmen einer Anfrage zudem nach der Situation der Frauenhausplätze im Kreis. Die Verwaltung stellte daraufhin die aktuelle Auslastung und Finanzierung der vorhandenen Plätze dar und wies darauf hin, dass das Land Schleswig-Holstein für die Schaffung weiterer Frauenhausplätze zuständig ist.
Den Abschluss der Sitzung bildeten die Verwaltungsberichte der Fachbereichsleitungen Peggy Kuwan und Nils Wienke. Dabei warb Nils Wienke unter anderem für den neuen KITZ Newsletter für Haupt- und Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit in der Kreisregion. Peggy Kuwan berichtete über den aktuellen Stand des Förderprojektes Alltagsunterstützende Assistenzlösungen im Kreis. Diese digitalen Sensoren helfen dabei, dass ältere Menschen länger und selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung leben können und gleichzeitig Pflegekräfte zu entlasten.
„Der Nachmittag hat erneut gezeigt, wie vielfältig die Aufgaben des Arbeits- und Sozialausschusses sind. Von Demokratieförderung über Wohnraumentwicklung bis hin zur Digitalisierung beschäftigen wir uns mit Themen, die den Alltag vieler Menschen im Kreis direkt betreffen“ fasste die Ausschussvorsitzende Heide Brodda zusammen.
Die gesamten Unterlagen zur Sitzung finden Sie im Kreisinformationssystem.