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Datum: 08.10.2026

Aus Plänen wird Zukunft: Kreistag stellt Weichen für den Bürgercampus

Der Kreistag hat sich in seiner Sitzung am 7. Oktober 2026 dafür ausgesprochen, die Planungen für den „Bürgercampus Schleswig“ zu konkretisieren. Damit ist ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Aufstellung der Kreisverwaltung am Standort Schleswig erreicht. Das bestehende Kreishaus soll schrittweise optimiert und perspektivisch durch einen Anbau entlang der Flensburger Straße ergänzt werden. Zugleich beginnt damit ein Veränderungsprozess, der weit über die räumliche Neuordnung der Verwaltung hinausgeht.

Grundlage für die Entscheidung bildet eine umfassende Untersuchung von drei möglichen Varianten. Sie alle verfolgen das Ziel, die historisch gewachsene Verteilung der Kreisverwaltung auf zahlreiche Standorte im Schleswiger Stadtgebiet neu zu ordnen und die Verwaltungsbereiche stärker zusammenzuführen. Damit sollen sowohl für Bürger*innen als auch für Mitarbeiter*innen spürbare Verbesserungen geschaffen werden.

Mit dem Bürgercampus konzentrieren sich die weiteren Planungen nun auf die Variante, die nach den bisherigen Untersuchungen den größten Nutzen für die Bürger*innen erwarten lässt. Die stärkere Bündelung von Verwaltungsleistungen an einem zentralen Standort soll die Orientierung erleichtern, Wege verkürzen und zugleich die Voraussetzungen für eine besser vernetzte Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung schaffen.

Veränderung beginnt schon jetzt

Dabei beginnt die Veränderung nicht erst mit einem möglichen Anbau. Die schrittweise Optimierung des bestehenden Kreishauses wird unmittelbar angestoßen. Flächen sollen neu gedacht und teilweise umgewidmet sowie räumliche Strukturen an moderne Formen der Zusammenarbeit angepasst werden.

Die Neuausrichtung bietet zugleich die Chance, die Arbeitswelt innerhalb der Kreisverwaltung weiterzuentwickeln. Räume sollen sich künftig stärker danach richten, was Mitarbeiter*innen für ihre jeweilige Tätigkeit benötigen – von konzentriertem Arbeiten über Beratung bis hin zu Austausch und fachbereichsübergreifender Zusammenarbeit. Tätigkeitsorientiertes und stärker vernetztes Arbeiten soll die Zusammenarbeit erleichtern, Prozesse besser aufeinander abstimmen und damit letztlich auch die Verwaltungsleistungen für Bürger*innen weiter verbessern.

Landrat Dr. Wolfgang Buschmann sieht in der Entscheidung einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Kreisverwaltung:

„Gewachsene Strukturen grundsätzlich zu hinterfragen und Veränderungen dieser Größenordnung anzustoßen, erfordert Mut, Weitsicht und die Bereitschaft, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Ich bin stolz darauf, dass wir diesen Schritt gehen können und dass die Politik diesen Weg mit Entschlossenheit ebnet. Denn wir investieren hier nicht einfach in Gebäude. Wir investieren in eine Verwaltung, die für die Menschen in unserem Kreis gut erreichbar ist, in moderne Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter*innen und in Strukturen, die uns auch langfristig handlungsfähig machen. Jetzt geht es darum, diesen Weg gemeinsam mit Leben zu füllen.“

Bürgercampus wird vertieft geprüft

Mit dem politischen Beschluss ist die Realisierung des Anbaus noch nicht abschließend entschieden. Bis Ende des zweiten Quartals 2027 werden die Voraussetzungen für den Bürgercampus weiter vertieft und insbesondere die noch offenen baulichen Rahmenbedingungen geprüft. Dazu gehören unter anderem die besonderen Bedingungen des Baugrundes sowie die Hochwassersituation am Standort.

Sollten bislang unbekannte Risiken die Realisierung des Anbaus wesentlich einschränken, bleibt die ebenfalls untersuchte Zwei-Standorte-Lösung als Rückfallebene bestehen. Auch sie sieht die Optimierung des bestehenden Kreishauses vor. Die darüber hinaus benötigten räumlichen Kapazitäten würden in diesem Fall durch ein neues Dienstleistungszentrum auf einem noch zu erwerbenden Grundstück im Schleswiger Stadtgebiet geschaffen.

Damit bleibt der Kreis im weiteren Verfahren handlungsfähig und hält an dem übergeordneten Ziel fest, Verwaltungsbereiche stärker zusammenzuführen und zeitgemäße Strukturen für Bürger*innen und Mitarbeiter*innen zu schaffen.

Zukunftsfähig und wirtschaftlich verantwortlich

Neben dem Nutzen für Bürger*innen und Mitarbeiter*innen bleibt ein verantwortungsvoller Umgang mit den finanziellen Ressourcen des Kreises ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Für die schrittweise Optimierung des Kreishauses sind rund 19 Mio. Euro vorgesehen, für den geplanten Anbau weitere rund 33 Mio. Euro.

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zeigt zugleich, dass jede der untersuchten Varianten langfristig wirtschaftlicher ist als ein Verbleib im Status quo. Ein unverändertes Fortführen der heutigen Standortstruktur wäre auf Dauer mit den höchsten Kosten verbunden. Durch die Bündelung von Verwaltungsbereichen und die damit verbundenen Abmietungen bisheriger Liegenschaften können langfristig Miet-, Energie- und Bewirtschaftungskosten reduziert werden.

Mit dem Kreistagsbeschluss ist damit nicht nur die Richtung für die weitere räumliche Entwicklung vorgegeben. Während die Voraussetzungen für den Bürgercampus nun vertieft geprüft werden, beginnt die Veränderung im bestehenden Kreishaus bereits unmittelbar. Schritt für Schritt sollen so aus den bisherigen Planungen neue räumliche Strukturen und moderne Formen der Zusammenarbeit entstehen.

Damit wird aus einer räumlichen Neuordnung schrittweise eine neue Art des Zusammenarbeitens – mit dem Ziel, Verwaltung für Bürger*innen und Mitarbeiter*innen gleichermaßen zukunftsfähig zu gestalten.


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