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Datum: 08.10.2026

Krankenfahrt oder Krankentransport? Kreis Schleswig-Flensburg sucht gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen für bestehende Versorgungsfragen

Wenn in früheren Zeiten Patienten zur Behandlung ins Krankenhaus mussten oder nach erfolgter Behandlung vom Krankenhaus nach Hause, wurde von den behandelnden Ärzten oder der Rettungsleitstelle häufig der klassische Krankenwagen bemüht. Heute muss deutlich stärker differenziert werden, ob es sich um einen qualifizierten Krankentransport handelt, der eine medizinische Betreuung mit fachkundigem Personal und ein entsprechendes Fahrzeug notwendig macht, oder eine Krankenfahrt, bei der es vorrangig darum geht, den Patienten fachgerecht zu befördern, etwa in einem sogenannten „Liegetaxi“.

Notwendig wird die strikte Trennung von Krankentransport und –fahrt durch geänderte gesetzliche Regelungen im Landesrettungsdienstgesetz im Zusammenspiel mit den Ausführungen im Gemeinsamen Bundesausschuss zu diesem Thema. Dennoch wurde nach entsprechender ärztlicher Anforderung in den vergangenen Jahren eine erhebliche Zahl Fahrten durch den Rettungsdienst des Kreises Schleswig-Flensburg als Krankentransport durchgeführt, obwohl es sich hierbei eigentlich um reine Krankenfahrten gehandelt hatte. Die Gründe dafür, eine Krankenfahrt als Krankentransport zu deklarieren, sind vielfältig, machen sie aber aufgrund des Personaleinsatzes nicht nur unnötig teuer, sondern binden auch Kapazitäten, die dann an anderer Stelle für einen Krankentransport oder medizinischen Notfall fehlen. Doch wer soll die Krankenfahrten durchführen, wenn nicht der Rettungsdienst? Längst nicht alle Taxi-Unternehmen bieten Krankenfahrten an und so kann es insbesondere in der Nacht zu Schwierigkeiten führen, eine entsprechende Krankenfahrt zu organisieren. Die Versorgungslage wurde im Kreis Schleswig-Flensburg thematisiert.

Im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags zum Monitoring der medizinischen Versorgungsqualität der Bevölkerung im Kreis Schleswig-Flensburg holte der Fachdienst Gesundheit jetzt alle Akteure zu einem runden Tisch im Kreishaus zusammen, um die Probleme bei der Abgrenzung, Organisation, Finanzierung und Verfügbarkeit von qualifizierten Krankentransporten und Krankenfahrten zu erörtern und perspektivisch eine gemeinsame Lösung für die Herausforderung zu finden, die die Einzelinteressen zum Wohle der Patient*innen im Kreisgebiet berücksichtigen.

Grundsätzlich besteht Einigkeit über die Notwendigkeit der Erweiterung des Angebotes für Krankenfahrten, die organisatorisch nicht dem Rettungsdienst zuzuordnen sind. Die strikte Trennung von Krankentransporten und Krankenfahrten wurde als inhaltlich richtig anerkannt, aber bei aktuell fehlendem Angebot für Letztere als schwer umsetzbar angesehen. Insbesondere das Thema der zentralen Erreichbarkeit zur Koordinierung von Krankenfahrten gilt nach wie vor ebenso wie die Frage nach der auskömmlichen Finanzierung durch die Kostenträger als nicht gelöst.

Dennoch zeigte sich Dr. Gilbert Heller, Leiter des Fachdienstes Gesundheit, mit dem Gespräch zufrieden. „Es war wichtig, dass alle Akteure zusammengekommen sind, um ihre jeweiligen Positionen auszutauschen. Ich danke allen Beteiligten an dieser Stelle nochmals für das offene und konstruktive Gespräch, das stets den Patienten mit seinen Bedürfnissen ins Zentrum der Überlegungen stellte. Dieses Auftakttreffen kann jetzt die Grundlage dafür bilden, die erkannte Lücke im Angebot von Krankenfahrten zu schließen und die Verfolgung dieses Ziels konstruktiv zu begleiten.“


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