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Datum: 08.09.2026

Zweitägige Katastrophenschutzübung im Amt Langballig: 150 Einsatzkräfte proben den Ernstfall - Einheiten des Katastrophenschutzes trainieren gemeinsam die Bewältigung eines großflächigen Vegetationsbrandes

Wie gut funktioniert der Katastrophenschutz, wenn ein Schadensereignis nicht innerhalb weniger Stunden bewältigt werden kann? Dieser Frage gingen am 4. und 5. September 2026 rund 150 Einsatzkräfte im Rahmen einer zweitägigen Katastrophenschutzübung im Raum Langballig nach. Mit mehr als 25 Einsatzfahrzeugen erprobten die beteiligten Einheiten den Aufbau und Betrieb eines längerfristigen Einsatzes sowie die Zusammenarbeit über Einheiten und Organisationen hinweg.


Freitag: Bereitstellungsraum als Basis für den Einsatz

Der erste Übungstag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Bereits ab 15 Uhr wurde in einer Schule im Amt Langballig der Bereitstellungsraum 25 eingerichtet. In den Ämtern des Kreises werden diese Bereitstellungsräume vorgehalten und dienen dazu, eine größere Anzahl an Einsatzkräfte zu sammeln, zu versorgen und für den weiteren Einsatz zu koordinieren.

Für die bevorstehende zweitägige Übung wurde die Schule entsprechend vorbereitet. In der Turnhalle wurden zum Schutz des Bodens Teppiche verlegt und Feldbetten für die Einsatzkräfte aufgebaut. Darüber hinaus wurden ein Anmeldebereich, Zelte sowie die Infrastruktur für die Versorgung eingerichtet. Essen und Getränke wurden über einen Feldkochherd bereitgestellt.

Auch die Stromversorgung wurde als Teil der Übung berücksichtigt. Die Schule wurde vollständig über eine Netzersatzanlage mit Strom versorgt. Damit wurde unter realitätsnahen Bedingungen erprobt, wie ein Bereitstellungsraum auch bei einem Ausfall der regulären Infrastruktur betrieben werden kann.

Um 19:30 Uhr eröffneten Gemeindewehrführer Jan Johannsen, Landrat Dr. Wolfgang Buschmann und Simone Kampner (Untere Katastrophenschutzbehörde) den Bereitstellungsraum, nachdem die Kräfte der 1. Brandschutzbereitschaft des Landes Schleswig-Holstein eingetroffen waren. Betrieben wurde der Bereitstellungsraum durch die Feuerwehr Oxbüll-Wees-Ulstrup (gemeinsam mit Kamerad*innen aus den Feuerwehren der Ämter Langballig und Hürup) in Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk – Ortsverband Flensburg.

In seinem Grußwort hob Landrat Dr. Wolfgang Buschmann insbesondere den Wert des Ehrenamtes für unsere Gesellschaft hervor: „Diese zweitägige Übung des Katastrophenschutzes des Kreises Schleswig-Flensburg zeigt eindrucksvoll, dass das Ehrenamt unbezahlt Unbezahlbares leistet. Nicht nur heute, sondern Tag für Tag, bei kleinen und großen Schadenslagen. Unabhängig von der Farbe der Uniform eint die Menschen hier die Motivation und die Bereitschaft, für andere in der Not einzustehen und ihnen bei großen und kleinen Schadenslagen zu helfen. Sie opfern ihre Zeit, ihre Freizeit und wie bei dieser Übung oftmals auch das Wochenende. Hierfür danke ich im Namen des Kreises und der Menschen im Kreisgebiet“,

Nach dem organisatorischen Aufbau und der Eröffnung des Bereitstellungsraumes erhielten die Einsatzkräfte um 20:45 Uhr eine ausführliche Einführung in die für den Samstag geplante Übungslage. Angenommen wurde ein großflächiger Vegetationsbrand im Langballigholz. Mit dieser Einweisung endete der erste Übungstag.

Samstag: Vegetationsbrand im Langballigholz

Am Samstag begann der eigentliche praktische Übungsteil. Nach dem gemeinsamen Frühstück um 07:00 Uhr erkundeten die Zugführer ab 08:00 Uhr das Übungsgebiet. Um 09:05 Uhr rückte die Brandschutzbereitschaft aus dem Bereitstellungsraum in Richtung Langballigholz aus.

Das angenommene Einsatzszenario stellte die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Im Übungsgebiet standen keine Hydranten zur Verfügung. Hinzu kamen Höhenunterschiede sowie enge und teilweise nur in eine Richtung befahrbare Zuwegungen.

Eine zentrale Aufgabe bestand darin, durch eine Riegelstellung die angrenzenden Wohngebiete zu schützen und eine weitere Ausbreitung des angenommenen Waldbrandes in andere Waldabschnitte zu verhindern. Gleichzeitig musste die Möglichkeit einer Evakuierung der Anwohner*innen jederzeit gewährleistet bleiben.

Für die Wasserversorgung wurde eine lange Wegstrecke aufgebaut. Das benötigte Wasser wurde über eine offene Wasserentnahmestelle aus der Langballigau entnommen und mithilfe der Hochleistungspumpe in Richtung Einsatzgebiet gefördert. Damit konnte unter realitätsnahen Bedingungen die Wasserförderung über größere Entfernungen sowie die Zusammenarbeit verschiedener Einheiten erprobt werden.

Unterstützt wurde die Übung am Samstag auch durch die Drohneneinheit der Feuerwehr Großenwiehe-Schobüll. Die Einheit wurde in das Übungsgeschehen eingebunden und unterstützte die Lageerkundung und Einsatzführung aus der Luft.

Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild vom Ablauf der Übung zu machen. Vor Ort waren unter anderem verschiedene Amtswehrführer aus dem Kreis Schleswig-Flensburg, Vertreter des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr, Vertreter der Landesfeuerwehrschule, Mitglieder der örtlichen Politik sowie Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) aus Nordfriesland. Die Gäste wurden von Achim Friedrichs – Einheitsführer der Operativtaktischen Führung – und Simone Kampner (Untere Katastrophenschutzbehörde) durch den Bereitstellungsraum sowie von Dirk Schreiber – Leiter der Brandschutzbereitschaft – durch die Übungsstelle geführt.

Um 12:00 Uhr endete der praktische Übungsteil. Im Anschluss konnten die Einsatzfahrzeuge an der am Bereitstellungsraum eingerichteten mobilen Tankstelle mit Kraftstoff versorgt werden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen fand ab 14:30 Uhr die Feedbackrunde statt. Dabei standen insbesondere die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Einheiten sowie die Frage im Mittelpunkt, wie sich das Konzept der Bereitstellungsräume bei einer länger andauernden Einsatzlage bewährt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Abläufe und Strukturen im Katastrophenschutz weiterzuentwickeln.

Viele Organisationen – ein gemeinsames Ziel

An der zweitägigen Übung waren zahlreiche Einheiten und Organisationen beteiligt. Dazu gehörten unter anderem die Untere Katastrophenschutzbehörde, der operativ-taktische Führungsstab des Kreises Schleswig-Flensburg, Gemeindewehrführungen und Feuerwehrkamerad*innen aus den Ämtern Langballig und Hürup, das Technische Hilfswerk – Ortsverband Flensburg, die 1. Brandschutzbereitschaft des Landes Schleswig-Holstein, Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes aus Kappeln und Schleswig, die Regieeinheit Technik und Infrastruktur sowie die Regieeinheit Führungsunterstützung, die bei der Feuerwehr Kropp stationierte Hochleistungspumpe, die Drohneneinheit der Feuerwehr Großenwiehe-Schobüll.

Die Übung machte deutlich, dass eine erfolgreiche Bewältigung größerer Schadenslagen weit über die eigentliche Brandbekämpfung hinausgeht. Neben der taktischen Einsatzbewältigung müssen auch Führung, Kommunikation, Logistik, Versorgung, Infrastruktur und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organisationen funktionieren – und das gegebenenfalls über einen längeren Zeitraum.
Mit dem zweitägigen Übungsaufbau und dem anschließenden praktischen Einsatz konnten diese Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen überprüft und wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsatzlagen gewonnen werden.

Der Kreis Schleswig-Flensburg bedankt sich bei allen beteiligten Einsatzkräften, Organisationen, Behörden und Unterstützenden für die engagierte Teilnahme und die Bereitschaft, die eigenen Abläufe gemeinsam zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

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