Zweites Treffen der politischen Begleitgruppe des Projektes "Sprache verbindet"
Am 17. August 2026 fand das zweite Treffen der politischen Begleitgruppe für das Projekt „Sprache verbindet“ statt. Nach dem gelungenen Auftakt in Süderschmedeby wird das Projekt „Sprache verbindet“ seit April 2026 in Schleswig angeboten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Weiterentwicklung der deutschen Sprache, sondern vor allem Begegnung, gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Perspektiven.
Das Projekt richtet sich an Geflüchtete aller Geschlechter und Altersgruppen ab einem Sprachniveau von A2. Ein Nachweis über das Sprachniveau oder ein vorgeschalteter Einstufungstest ist dabei nicht erforderlich. Die Kursdauer beträgt insgesamt zehn Wochen. Ziel ist es, die Deutschkenntnisse aktiv zu erhalten und weiterzuentwickeln, neue Kontakte zu knüpfen und das gemeinsame Lernen zu fördern. Gleichzeitig erhalten die Teilnehmenden Einblicke in das Leben im Kreisgebiet sowie wichtige Informationen über den regionalen Arbeitsmarkt. Darüber hinaus bietet das Projekt die Möglichkeit, Kontakte zu Arbeitgebern aus der Region zu knüpfen.
Die Kreisverwaltung verfolgt dabei weiterhin ein klares, zukunftsgerichtetes Ziel: möglichst allen Menschen eine Chance zu geben, ihre Potenziale zu entfalten und sich in das gesellschaftliche Leben einzubringen.
Ein Blick in den Kursalltag zeigt, wie lebendig und praxisnah gelernt wird. Gemeinsam wird über die verschiedensten Themen gesprochen, darunter Werte, Selbstreflexion, Berufsbilder und vieles mehr. Auch Exkursionen sind Teil des Projekts. Im Kursraum wird zudem viel gemeinsam gelacht. Trotz der hohen Diversität gibt es viele ähnliche Ausgangslagen. Gleichzeitig wird ein wertungsfreier Raum mit einer hohen Toleranz geschaffen, sodass niemand außen vor bleibt. Nicht nur Sprache verbindet, sondern noch viel mehr das Lächeln!
Die Kombination aus Kultur, Freizeit und Sprache macht das Projekt besonders attraktiv und motiviert zusätzlich zur freiwilligen Teilnahme. Die zentrale Botschaft des Projekts ist klar: Sprache ist der Schlüssel zur Integration – nicht nur in die Gesellschaft, sondern auch in den Arbeitsmarkt.
Ein besonderer Aspekt des Projekts wird bei einem genaueren Blick auf die Teilnehmenden deutlich: Sie alle haben ganz unterschiedliche berufliche Hintergründe. Gleichzeitig bringen sie wertvolle Kompetenzen und Potenziale mit und sind potenzielle zukünftige Fachkräfte für unseren Arbeitsmarkt. Dass das Projekt so gut angenommen wird, zeigt sich auch an der hohen Teilnahmebereitschaft aus dem gesamten Kreisgebiet. Die Herkunftsländer der Teilnehmenden sind dabei sehr vielfältig.
Das Projekt zeigt bereits eindrucksvoll, welche Erfolge durch gezielte Unterstützung, Vertrauen und Begleitung erreicht werden können. Besonders deutlich wird dies anhand der individuellen Entwicklungen der Teilnehmenden. So hat Viktoriia S. über das Projekt einen Arbeitsplatz bei der Sparkassen-Finanzgruppe in Kiel gefunden. Auch Ayse T. hat ihre Nachprüfung auf dem Niveau B1 (DTZ-Zertifikat, Akademikerbund Hamburg e. V.) am 09. August 2026 mit sehr gutem Ergebnis bestanden. Dabei war es besonders wichtig, dass sie die notwendige Zeit erhalten hat, um sich in Ruhe auf ihre Nachprüfung vorbereiten zu können.
Die Geschichten von Viktoriia S. und Ayse T. stehen dabei stellvertretend für viele weitere Erfolge. Sie machen sichtbar, was durch das Projekt erreicht werden kann: Menschen werden gestärkt, entwickeln neue Perspektiven und gehen ihren eigenen Weg erfolgreich weiter.
Mit „Sprache verbindet“ wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um Geflüchteten neue Perspektiven zu eröffnen und das gesellschaftliche Miteinander nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, erste Ergebnisse messbar zu machen, eine stetige Weiterentwicklung durch die Evaluation der Teilnehmenden zu ermöglichen, die gewonnenen Daten als Grundlage für Rückkopplungen zu nutzen, anderen als Inspiration zu dienen und dezentrale Strukturen zu entwickeln.