„Sprache verbindet“ stärkt Integration im Kreisgebiet
Brücken entstehen nicht von heute auf morgen – sie werden geplant, gebaut und verbinden schließlich Menschen miteinander. Genau eine solche Brücke schlägt das Projekt „Sprache verbindet“: zwischen Menschen, Kulturen und neuen Lebensperspektiven. Die Zugangsmöglichkeiten zu Integrations- und Sprachkursen sind seit jeher mit dem individuellen Aufenthaltsstatus eng verknüpft. Gleichzeitig sind Integrations- und Sprachkurse ein zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten – sowohl in die Gesellschaft als auch in den Arbeitsmarkt. Vor diesem Hintergrund hat die Kreisverwaltung frühzeitig gehandelt und ein klares Ziel verfolgt: Möglichst allen Menschen eine Chance zu geben, ihre Potenziale zu entfalten und sich in das gesellschaftliche Leben einzubringen. Nach einer intensiven Planungsphase fällt der Start dieses Projektes nun sogar in eine Zeit, in der die Zugangsmöglichkeiten zu Integrationskursen durch den Bund drastisch verengt werden.
Was ist "Sprache verbindet"?
Das Projekt „Sprache verbindet“ richtet sich an Menschen, die bereits erste Deutschkenntnisse erworben haben – sei es durch einen Sprachkurs oder auf andere Weise. Ein Zertifikat ist nicht erforderlich, jedoch sollten die Teilnehmenden etwa über Sprachkenntnisse auf A2-Niveau verfügen. Im Mittelpunkt stehen das aktive Sprechen und Anwenden der deutschen Sprache, denn Sprache lernt man am besten, indem man sie nutzt. Viele fragen sich: Wo kann ich Deutsch sprechen? Genau hier setzt das Projekt an und bietet zahlreiche Gelegenheiten, um gemeinsam Deutsch zu üben und Sicherheit im Sprachgebrauch zu gewinnen.
Ein weiterer zentraler Themenbereich ist das Leben und Arbeiten in Deutschland. In der Gruppe tauschen sich die Teilnehmenden über den Alltag, die Arbeitswelt und wichtige Regeln in Deutschland aus. Besonders im Fokus steht dabei die Region Schleswig-Flensburg. Durch den gemeinsamen Austausch und die Beantwortung von Fragen gewinnen die Teilnehmenden mehr Sicherheit – sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld.
Darüber hinaus bietet das Projekt die Möglichkeit, Kontakte zu Arbeitgebern aus der Region zu knüpfen. Bei Treffen mit lokalen Unternehmen erhalten die Teilnehmenden Einblicke in verschiedene Berufe und Arbeitsbereiche. Es geht nicht um direkte Jobvermittlung, sondern um das Kennenlernen, den Austausch und das Sammeln realistischer Informationen über den Arbeitsmarkt im Kreis Schleswig-Flensburg.
Ein Blick in den Kursalltag zeigt, wie lebendig und praxisnah gelernt wird: Neben aktuellen Themen – etwa aus der Tagesschau – geht es auch um kulturelle Besonderheiten, Klischees und typisch deutsche Eigenheiten. Für einen besonders heiteren Moment sorgte die Aussage eines Teilnehmers, der schmunzelnd berichtete, dass Deutschland in seiner Heimat vor allem mit „Kartoffeln und Bier“ verbunden werde – eine Beobachtung, die im Kurs für viele Lacher sorgte und gleichzeitig zum Austausch über kulturelle Bilder anregte.Dass das Projekt wirkt, zeigt sich auch ganz konkret: So ist zum Beispiel ein Teilnehmer in einen Sportverein eingetreten, ein anderer hat Arbeit in einem Imbiss gefunden – erste wichtige Schritte hin zu gesellschaftlicher Teilhabe und beruflicher Integration.
Eine Initiative der Kommunalpolitik, mit besonderer Unterstützung durch Städte und Gemeinden im Kreis
Idee und Auftrag zu "Sprache verbindet" kommen vom Arbeits- und Sozialausschuss des Kreises Schleswig-Flensburg. Das Projekt hat eine eigene politische Begleitgruppe, die die Entwicklung verfolgt und den Projektbeteiligten zur Seite steht. Regelmäßig finden Austauschtreffen mit allen Projektbeteiligten statt, um aktuelle Entwicklungen zu besprechen und, um die nächsten Schritte zu planen. Ein großer Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr in Süderschmedeby, die ihre Räumlichkeiten für das Projekt zur Verfügung stellt und damit großes Engagement und Hilfsbereitschaft zeigt. Ebenso erfreulich ist die Unterstützung in Schleswig: Auch die Stadt war bereit, ihre Türen für das Projekt zu öffnen. „Diese Bereitschaft ist keineswegs selbstverständlich“, betont Heide Brodda, Vorsitzende des Arbeits- und Sozialausschusses.
Wer sind die Menschen, die bei "Sprache verbindet" mitmachen?
Ein besonderer Aspekt des Projekts wird bei einem genaueren Blick auf die Teilnehmenden deutlich: Unter ihnen sind Menschen mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen – etwa ein Jurist, eine Apothekerin, eine Chemikantin oder auch eine frische Abiturientin. Sie alle bringen wertvolle Kompetenzen und Potenziale mit und sind wichtige zukünftige Fachkräfte für unseren Arbeitsmarkt. Damit dieses Potenzial sich entfalten kann, braucht es jedoch vor allem eines: konkrete Unterstützung vor Ort und engagierte Partner. Aktuell sind Teilnehmende aus 8 verschiedenen Nationen in dem Projekt, darunter zum Beispiel Menschen aus dem Iran, der Ukraine oder auch aus Syrien.
Wann findet das Projekt statt?
Es gibt einen Kurs in Süderschmedeby und 4 Kurse in Schleswig. Der Kurs in Süderschmedeby findet vom 09.02.2026 bis zum 17.04.2026 statt und ist im Moment ausgebucht. Die Kurse in Schleswig beginnen am 27.04.2026 und gehen dann jeweils 10 Wochen. Die Kurse laufen immer von Montag bis Freitag, vormittags zwischen 09:00 Uhr und 12:00 Uhr. Es geht darum, dass man jeden Tag unterwegs ist. Die Anmeldung funktioniert über die Online-Terminverwaltung vom Kreis Schleswig-Flensburg.
Teilnahmevoraussetzungen und Projektorganisation
Die Teilnahme am Projekt „Sprache verbindet“ ist einfach und unkompliziert möglich. Es gelten jedoch einige grundlegende Voraussetzungen: Teilnehmende müssen mindestens 18 Jahre alt sein und ihren Wohnsitz im Kreis Schleswig-Flensburg haben. Erwartet werden Deutschkenntnisse auf etwa A2-Niveau, wobei kein offizieller Nachweis erforderlich ist. Unabhängig vom Aufenthaltsstatus – ob mit Gestattung, Duldung oder Aufenthaltstitel – kann jeder mitmachen, sofern das Arbeiten in Deutschland erlaubt ist. Die Teilnahme am Projekt ist kostenlos. Zudem werden Fahrtkosten bis zur Höhe des Deutschlandtickets übernommen. Die Teilnahme ist freiwillig und unabhängig vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit. Wichtig zu wissen: Andere Termine bei Behörden oder Leistungsträgern haben stets Vorrang.
Das Projekt wird von der bb gesellschaft für beruf + bildung mbh durchgeführt. Bei der bb erhalten Interessierte weitere Informationen zum Angebot (https://www.bb-gesellschaft.de/angebot/sprache-verbindet). Ansprechpartnerinnen der Kreisverwaltung sind Pia Godemann und Jan Jankowski von der Koordinierungsstelle für Integration, Teilhabe und Zusammenhalt (KITZ). Die Anmeldung erfolgt ganz einfach online. Nach der Anmeldung meldet sich das Projektteam zeitnah, informiert über freie Plätze und vereinbart gemeinsam mit den Interessierten einen Starttermin.