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Zeckenstich - Wissenswertes zur Vorbeugung und Behandlung einer Infektion

In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und seit 2022 auch im südöstlichen Brandenburg. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen.

Zecken sind weltweit verbreitete Parasiten. Sie entwickeln sich in drei Stadien vom Ei bis zur ausgewachsenen Zecke. Zeckenlarven sind bis zu 0,5 mm groß, jugendliche Zecken (Nymphen) ca. 1-2 mm und erwachsene Zecken 1-2 mm, mit Blut vollgesogen auch bis zu 12 mm.

Für jedes Entwicklungsstadium und die Vermehrung benötigen Sie eine Blutmahlzeit. Ist die Zecke mit Krankheitserregern infiziert, kann ein Zeckenstich zu Infektionen führen. Dabei gelangen die Krankheitserreger aus den Speicheldrüsen oder dem Darm der Zecke durch den Stechapparat in den Körper. Zeckenstiche sollten also so gut es geht vermieden werden!


Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Zecken können eine Vielzahl von Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Zu den bedeutendsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten in Deutschland gehört zum einen die Borreliose, eine Bakterieninfektion, die bundesweit vorkommt. Die Infektion verläuft meistens ohne Symptome. Es können aber auch eine Rötung der Haut auftreten (das sogenannte Erythem migrans oder „Wanderröte“, eine sich von der Einstichstelle ausbreitende Rötung) sowie seltener Entzündungen von Nerven und Gelenken oder sehr selten des Herzmuskels. Diese Symptome können auch erst längere Zeit nach einem Zeckenstich auftreten und der Zeckenstich selbst auch unbemerkt bleiben. Wird die Diagnose gestellt, ist eine Behandlung mit Antibiotika möglich, es gibt keine Impfung.

Zum anderen gehört die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) dazu, die durch Viren verursacht wird und hauptsächlich im süddeutschen Raum vorkommt. Der typische Verlauf einer Erkrankung beginnt mit unspezifischen und grippeähnlichen Symptomen.
Nach einem symptomlosen Intervall von bis zu einer Woche können Symptome einer Entzündung der Hirnhäute und des Hirngewebes auftreten, z.B. Übelkeit, erhöhte Müdigkeit, Lähmungen, Sprech- oder Schluckstörungen. In seltenen Fällen kann es auch zu bleibenden Schäden kommen, ca. 1 von 100 Erkrankten mit Befall des Nervensystems verstirbt an der Infektion. Auch hier verläuft ein hoher Anteil der Infektionen ohne Symptome oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus (in ca. 70-90 %).  Eine ursächliche Behandlung ist aber nicht möglich, es können nur die Symptome bis zur natürlichen Heilung gemildert werden. Es gibt aber eine vorbeugende Impfung.

Weitere durch Zecken auf Menschen übertragene Erkrankungen wurden bislang in Deutschland nicht oder nur sehr selten beobachtet, können aber in anderen Regionen häufiger auftreten (z.B. im Mittelmeerraum).

Eine Ansteckung von Kontaktpersonen ist weder bei Borreliose noch FSME möglich.

Wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

Während die Übertragung von FSME-Erregern vor allem auf Risikogebiete beschränkt ist, kann eine Infektion mit Borrelien überall erfolgen. Der beste Schutz besteht darin, einen Zeckenstich zu vermeiden oder Zecken schnellstmöglich zu entfernen.

Zecken lassen sich nicht, wie oft vermutet, von Bäumen fallen. Sie halten sich bevorzugt in der bodennahen Vegetation in einer Höhe von 30 bis 60 Zentimetern auf, zum Beispiel auf Gräsern, in Büschen und auf Wiesen. Menschen oder Tiere fangen sich Zecken meist im Gras ein oder streifen sie von Sträuchern ab. Auch auf Grünflächen in Städten können Zecken vorkommen, zum Beispiel in Stadtparks, in Gärten oder auf Sportplätzen.

Folgendes können Sie zur Vermeidung einer Infektion tun:

  • Bei Spaziergängen sollte man möglichst auf festen Wegen bleiben, Unterholz und hohes Gras vermeiden.
  • Tragen Sie möglichst geschlossenes Schuhwerk und Kleidung, die den Körper weitestgehend bedeckt. So finden Zwecken schwer offene Hautstellen, um zu stechen.
  • Zecken krabbeln manchmal mehrere Stunden lang am Körper umher, bevor sie stechen. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper sorgfältig nach Zecken abgesucht werden, bevorzugte Stellen sind Kopf, Hals, unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen. Auf heller Kleidung lassen sich Zecken besser erkennen als auf dunkler Kleidung.
  • Duschen kann zusätzlich sinnvoll sein, ersetzt das Absuchen des Körpers aber nicht.
  • Zeckensprays (Repellents) können einen zeitlich begrenzten Schutz vor Zecken bieten. Nach 2 bis 4 Stunden lässt ihre Wirkung aber nach. Bei längeren Wanderungen müssen die Mittel also wiederholt aufgetragen werden.
  • Vor geplanten Aufenthalten in einem FSME-Risikogebiet (z.B. Wanderurlaub) sollte rechtzeitig eine FSME-Impfung erwogen werden.

Was ist bei einem Zeckenfund(-stich) zu tun?

  • Entfernen Sie die Zecke möglichst rasch mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument (erhältlich z.B. in Apotheken).
  • Erfassen Sie die Zecke mit dem Zeckenentfernungsinstrument im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut (nicht am vollgesogenen Körper!).
  • Ziehen Sie die Zecke vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus.
  • Achten Sie darauf, dass die Zecke möglichst nicht gequetscht wird. Hierdurch könnte mit Krankheitserregern infizierter Speichel oder Darminhalt vermehrt oder schneller übertragen werden.
  • Bedecken Sie die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack. Auch dies erhöht das Risiko einer vermehrten oder beschleunigten Übertragung von Krankheitserregern, denn die Zecke kann in diesen Fällen nicht atmen und erbricht vermehrt Darminhalt in die Wunde.
  • Desinfizieren Sie die Wunde nach Entfernen der Zecke.

Achtung: Beim Versuch, eine Zecke zu entfernen, kann evtl. der Kopf der Zecke abreißen und in der Wunde stecken bleiben. Dies ist in der Regel kein Problem, da der Körper das Fremdmaterial in den nächsten Tagen abstoßen wird. Eine Übertragung von Krankheitserregern erfolgt nicht mehr, da diese sich im entfernten Körper der Zecke befinden. Sollte sich die Einstichstelle dennoch entzünden, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

An der Einstichstelle kann es zu Juckreiz kommen. Das Aufkratzen sollte möglichst vermieden werden, um zusätzliche Infektionen zu vermeiden.

Eine generelle Antibiotikatherapie nach einem Zeckenstich wird nicht empfohlen, sie ist erst bei einem begründeten Borrelioseverdacht (Wanderröte und/oder neurologische Symptome oder massive Gelenkschwellung) angezeigt. Auch eine Untersuchung der Zecke auf bestimmte Erreger ist nicht sinnvoll, da auch ein positiver Nachweis keine automatische Infektion bedeutet und im Fall der FSME auch keine gezielte Therapie möglich wäre.

Stattdessen sollte nach einem Zeckenstich in den nächsten 14 Tagen genau auf Symptome einer Erkrankung geachtete (z.B. die „Wanderröte“ bei Borreliose oder Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bei FSME).

FSME Risikogebiete

Ein Kreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn über einen Zeitraum von fünf Jahren im Kreis oder in der Kreisregion (bestehend aus dem Kreis und allen angrenzenden Kreisen) mehr als eine FSME-Erkrankung pro 100.000 Einwohner erworben und gemeldet wurde.

Zur Karte der aktuellen Risikogebieten gelangen Sie über diesen Link.

FSME Impfung

Die Mehrzahl (98 %) der 2022 übermittelten FSME-Erkrankten war gar nicht oder unzureichend geimpft, d.h. die Grundimmunisierung war unvollständig oder Auffrischimpfungen fehlten. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte wahrscheinlich durch eine Steigerung der Impfquoten insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden. Weitere Informationen zur Impfung finden Sie auch im Faktenblatt FSME - Impfung unter Dokumente rechts.

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