Mein Beitrag zur Netzstabilität: Flexibler Stromverbrauch
Die Energiewende schreitet voran, und mit ihr wächst der Anteil erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft im Stromnetz. Diese Energiequellen sind jedoch nicht immer konstant verfügbar: Mal scheint die Sonne intensiv, mal weht der Wind stark – und manchmal eben nicht. Diese „Volatilität“ der erneuerbaren Energien führt zu Schwankungen im Stromnetz. Um Stabilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten kommt der „flexible Stromverbrauch“ ins Spiel. So kann dem jede und jeder Einzelne einen wertvollen Beitrag leisten.
Was steckt dahinter? Durch Verschieben des Stromverbrauchs das Netz entlasten
Flexibler Stromverbrauch bedeutet, den eigenen Energiebedarf bewusst an das aktuelle Angebot anzupassen: Man verschiebt den Betrieb stromintensiver Geräte in Zeiten, in denen viel erneuerbarer Strom verfügbar, oder das Netz weniger belastet ist.
Die Idee ist einfach
Wenn viel Wind weht oder die Sonne scheint, produzieren Windkraftanlagen und Solarparks reichlich Strom. In diesen Phasen ist das Stromangebot hoch und der Strom oft günstiger.
Verbrauchen bei (Über-) Angebot
Verschiebt man den Verbrauch in solche Zeiten, entlastet man das Netz, da der überschüssige Strom direkt genutzt werden kann und nicht aufwendig gespeichert oder gar abgeregelt werden muss.
Sparen bei starker Netzlast
Umgekehrt kann man den Verbrauch in Zeiten hoher Netzauslastung oder geringer erneuerbarer Stromerzeugung reduzieren, um das Netz zu stabilisieren und die Notwendigkeit des Zuschaltens teurer Reservekraftwerke zu verringern.
Dein Vorteil: Versorgungssicherheit und Vorteile durch dynamische Tarife.
Die Vorteile eines flexiblen Stromverbrauchs sind vielfältig und kommen sowohl Ihnen als auch dem gesamten Energiesystem zugute:
Beitrag zur Versorgungssicherheit
Indem wir unseren Verbrauch an das Angebot anpassen, tragen wir aktiv dazu bei, das Stromnetz stabil zu halten. Weniger Schwankungen bedeuten ein zuverlässigeres Netz und reduzieren das Risiko von Engpässen oder Ausfällen.
Potenzielle Vorteile durch dynamische Tarife
Die Zukunft wird verstärkt dynamische Stromtarife mit sich bringen. Diese Tarife spiegeln die tatsächlichen Preise an den Strombörsen wider, die je nach Angebot und Nachfrage schwanken. Wer den eigenen Verbrauch in Zeiten niedriger Preise verlagert, spart unmittelbar Geld auf der Stromrechnung. Intelligente Zähler (Smart Meter) sind die technische Voraussetzung dafür, solche Tarife nutzen zu können.
Geringere CO2‑Emissionen
Indem wir Strom dann verbrauchen, wenn er primär aus erneuerbaren Quellen stammt, erhöhen wir den Anteil "grünen" Stroms, den wir nutzen. Dies reduziert indirekt den Bedarf an Strom aus fossilen Kraftwerken und trägt somit zur Verringerung der CO2‑Emissionen bei.
Optimale Nutzung erneuerbarer Energien
Flexibler Verbrauch hilft, die Produktion aus Wind- und Solaranlagen effizienter zu nutzen. Überschüssiger Strom muss nicht abgeregelt werden, sondern findet direkt Abnehmer, was die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Anlagen verbessert.
Finde heraus: Welche Geräte kann ich flexibel steuern?
Um flexibel Strom verbrauchen zu können, ist es hilfreich zu wissen, welche Geräte im Haushalt dafür am besten geeignet sind:
Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler
Statt diese Geräte am Feierabend laufen zu lassen, wenn viele Haushalte gleichzeitig Strom beziehen, kann man sie so programmieren, dass sie in den Mittagsstunden (hohe Solarproduktion) oder in der Nacht (geringere Haushaltslast) laufen. Viele Geräte verfügen bereits über eine Startzeitvorwahl.
Intelligente Heizkörperthermostate
Sie ermöglichen die präzise Steuerung der Raumtemperatur und können Heizzeiten anpassen.
Warmwasserspeicher
Elektrische Warmwasserspeicher können so eingestellt werden, dass sie das Wasser primär dann aufheizen, wenn Strom günstig und reichlich vorhanden ist. Die Speicherung der Wärme puffert den Verbrauch.
Ladestationen für Elektrofahrzeuge (Wallboxen)
Das Laden eines E‑Autos benötigt viel Energie. Eine intelligente Wallbox, oder das Energiemanagementsystem des Hauses kann den Ladevorgang so steuern, dass er in Zeiten günstigen oder reichlich vorhandenen Stroms stattfindet. Zum Beispiel nachts; oder an sonnigen Tagen, wenn selbst produzierter Solarstrom vom Dach genutzt werden kann.
Haushaltsgroßgeräte
Auch ältere Geräte ohne eigene Zeitvorwahl können über smarte Steckdosen ferngesteuert oder zu bestimmten Zeiten automatisch ein- und ausgeschaltet werden.
Poolpumpen und Gartenbewässerungssysteme
Diese können oft flexibel betrieben werden.
Batteriespeicher
Wenn du eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher besitzt, kannst du den Ladevorgang des Speichers optimieren, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und das Netz zu entlasten.
Fazit
Starte klein. Beginne damit, ein oder zwei Geräte flexibel zu steuern, und beobachte die Auswirkungen auf die Stromrechnung. Mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Stromnetze und dem Ausbau intelligenter Heimsysteme wird es immer einfacher, aktiv zur Netzstabilität beizutragen und gleichzeitig zu profitieren. Sei ein aktiver Teil der Energiewende!