Kreis Schleswig-Flensburg will Präventionsangebot »Kidstime« fortsetzen und Unterstützung für Kinder psychisch belasteter Eltern weiter ausbauen
Der Kreis Schleswig-Flensburg will das erfolgreiche Präventionsprojekt „Kidstime“ fortführen und weiterentwickeln. Nachdem der Gesundheits- und Brandschutzausschuss eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hatte, stimmten auch der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Kreistag für die Fortsetzung des Angebots. Die Kreisverwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen Fördermittel beim GKV-Bündnis für Gesundheit zu beantragen.
„Kidstime“ richtet sich an Kinder psychisch erkrankter oder belasteter Eltern und nimmt die gesamte Familie in den Blick. Ziel des Präventionsangebots ist es, Kinder zu stärken, ihre Resilienz zu fördern und Familien im Umgang mit herausfordernden Lebenssituationen zu unterstützen. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder durch den Austausch mit anderen Kindern, aber auch durch eine unbeschwerte Zeit, gestärkt werden.
Bewährtes Angebot mit hoher Nachfrage
Das Projekt wird seit 2022 gemeinsam mit dem Verein Fiete 62 e.V. durchgeführt und hat sich als wichtige Unterstützung für betroffene Familien etabliert. Die Nachfrage ist seit Beginn hoch: Zahlreiche Familien haben das Angebot genutzt, zeitweise mussten sogar Wartelisten geführt werden. Einmal monatlich finden Workshops statt, an denen bis zu acht Familien teilnehmen können. Über einen Zeitraum von etwa einem Jahr besuchen die Familien insgesamt zehn Treffen. Neben fachlicher Begleitung bietet das Format vor allem die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen. So entstehen Kontakte und gegenseitige Unterstützung, die in einer klassischen Einzelberatung oft nicht möglich sind.
Familien langfristig stärken
Mit der geplanten Fortsetzung soll das Projekt weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind zusätzliche Angebote unter dem Namen „Playtime“, bei denen sich ehemalige Teilnehmerfamilien regelmäßig treffen können. Ziel ist es, die Familien langfristig zu stabilisieren, ihre Ressourcen zu stärken und den gegenseitigen Austausch weiter zu fördern. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass viele Familien auch nach Abschluss der Workshops von den entstandenen Kontakten und Unterstützungsnetzwerken profitieren. Durch die stärkere Vernetzung können zudem neue Familien schneller in das Programm aufgenommen werden.
Wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung
Kinder psychisch erkrankter Eltern tragen ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst psychisch zu erkranken. Umso wichtiger sind frühzeitige, niedrigschwellige und bedarfsgerechte Unterstützungsangebote. „Kinder psychisch erkrankter Eltern leben mit ihren Belastungen oft im Verborgenen und fühlen sich mit ihren Sorgen allein gelassen. Kidstime leistet hier einen wertvollen Beitrag, indem es Familien stärkt, Verständnis schafft und Austausch ermöglicht. Es ist uns ein großes Anliegen, diese wichtige Präventionsarbeit fortzuführen“, betont Tim Bugislaus, Vorsitzender des Gesundheits- und Brandschutzausschusses.
Auch Kreispräsident Walter Behrens begrüßt die Entscheidung des Kreistages: „Kidstime schafft einen geschützten Raum, in dem Familien neue Perspektiven gewinnen und Herausforderungen gemeinsam bewältigen können. Mit der Fortführung und Weiterentwicklung des Projekts übernimmt der Kreis Verantwortung und trägt dazu bei, die Entwicklungschancen betroffener Kinder nachhaltig zu verbessern.“
Finanzierung über Fördermittel geplant
Für die Fortführung und den Ausbau von „Kidstime“ möchte der Kreis erneut Fördermittel des GKV-Bündnisses für Gesundheit einwerben. Beantragt werden soll eine Förderung in Höhe von insgesamt 130.000 Euro für einen Zeitraum von vier Jahren. Der erforderliche Eigenanteil des Kreises wird durch vorhandene personelle Ressourcen erbracht. Zusätzliche Haushaltsmittel sind dafür nicht erforderlich.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:
https://www.schleswig-flensburg.de/Navigation/Gesundheit/Projekt-Kidstime/