Die Energiewende bezeichnet den Übergang von einer Energieversorgung, die hauptsächlich auf fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl, Erdgas) und Atomkraft basiert, hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind und Biomasse.
Mythos 1: Erneuerbare Energien sind nicht zuverlässig und verursachen Blackouts.
Dies ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Moderne Stromnetze und die Kombination verschiedener erneuerbarer Energiequellen können die Versorgungssicherheit durchaus gewährleisten. Bei Flaute oder Dunkelheit kann auf Speichertechnologien (Batteriespeicher, Pumpspeicherkraftwerke) sowie auf flexible Gaskraftwerke oder auch den Import von Strom aus Nachbarländern zurückgegriffen werden. Die Gefahr eines Blackouts durch erneuerbare Energien ist sehr gering und wird durch kontinuierliche Forschung und Entwicklung von Speichern und smarten Netzen weiter minimiert. Netzbetreiber arbeiten ständig daran, die Stabilität zu gewährleisten.
Mythos 2: Die Energiewende ist zu teuer und belastet Verbraucher übermäßig.
Die Energiewende ist zweifellos ein Großprojekt, das Investitionen erfordert. Langfristig können erneuerbare Energien jedoch preisstabiler sein, da sie nicht von schwankenden Preisen für fossile Brennstoffe oder politischer Instabilität in Förderländern abhängen. Die Kosten für erneuerbare Energietechnologien sind in den letzten Jahren drastisch gesunken, insbesondere bei Solar- und Windenergie. Zudem sind die externen Kosten fossiler Energien, wie etwa Umweltschäden und Luftverschmutzung, in den Strompreisen oft nicht vollständig abgebildet. Eine Nicht-Durchführung der Energiewende hätte langfristig weitaus höhere Kosten durch die Folgen des Klimawandels zur Folge.
Mythos 3: Windräder sind schädlich für die Umwelt und töten viele Vögel.
Wie jede Technologie, haben auch Windkraftanlagen Auswirkungen auf die Umwelt. Der Flächenverbrauch und die Geräuschentwicklung sind Aspekte, die in der Planung berücksichtigt werden müssen. Studien zeigen jedoch, dass die Beeinträchtigung der Vogelpopulation durch Windräder im Vergleich zu anderen Faktoren, wie z. B. Straßenverkehr oder Glasfassaden, weitaus geringer ist. Moderne Anlagen werden unter Berücksichtigung von Artenschutzgutachten geplant, und es gibt Maßnahmen wie die Abschaltung zu bestimmten Zeiten, um Zugvögel zu schützen. Der positive Effekt der Windenergie auf das Klima überwiegt die lokalen Beeinträchtigungen deutlich.
Mythos 4: Deutschland kann die Energiewende alleine nicht schaffen.
Deutschland ist ein Vorreiter in der Energiewende und hat wichtige Technologien und Strategien entwickelt. Die Energiewende ist jedoch ein globales Projekt, das internationale Zusammenarbeit erfordert. Durch unsere Erfahrungen und unser Know-how können wir andere Länder inspirieren und unterstützen. Jedes Land, das seinen Beitrag leistet, trägt zur Lösung des Klimaproblems bei.
Mythos 5: E‑Mobilität ist nicht nachhaltig, da der Strom aus Kohlekraftwerken kommt.
Der Strommix in Deutschland wird immer grüner. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz ist, desto nachhaltiger ist auch das elektrische Fahren. Schon heute hat ein E‑Auto über seinen gesamten Lebenszyklus eine bessere CO2-Bilanz als ein Verbrenner; selbst, wenn es mit dem aktuellen deutschen Strommix geladen wird. Mit einer eigenen Photovoltaik‑Anlage auf dem Dach kann der CO2‑Fußabdruck noch weiter reduziert werden.