Kultur-, Schul,- und Sportausschuss begrüßt Schulsozialarbeiterin an den Förderzentren GE
Steigende Schülerzahlen, belastete Schüler*innen und komplexe Unterstützungsbedarfe - in den letzten Jahren ist der Bedarf an Schulsozialarbeit auch an den beiden im Kreis liegenden Förderzentren mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung (GE) deutlich gewachsen. Eine dafür vorgesehene Stelle gab es zunächst nicht. Auf Empfehlung der Schulleitungen der Peter-Härtling-Schule in Schleswig und der Schule am Markt in Süderbrarup setzte sich der Kultur-, Schul-, und Sportausschuss stark für die Schaffung einer Stelle für Schulsozialarbeit ein. Seit Herbst 2025 ist die Position nun mit Justine Vivian Prentki standortübergreifend an beiden Schulen besetzt.
Neue Schulsozialarbeiterin stellt sich im Kultur-, Schul-, und Sportausschuss vor
Im Rahmen der Sitzung des Kultur-, Schul- und Sportausschusses am 17. Februar stellte sich Frau Prentki vor und berichtete über ihre ersten Monate in der neuen Funktion. Frau Prentki ist studierte Sozialarbeiterin, Lehrkraft und zertifizierte Traumapädagogin. Sich selbst versteht sie als „verlässliche Ansprechstelle für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte sowie Lehrkräfte.“ Ihr Ziel ist es, „junge Menschen in ihrer persönlichen, sozialen und schulischen Entwicklung zu unterstützen und ihnen einen sicheren Raum zu bieten, in dem sie sich ausdrücken, orientieren und wachsen dürfen.“
Vielfältige Herausforderungen für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte
In ihrem Vortrag verdeutlichte Justine Prentki, warum die Unterstützungsbedarfe an den Förderzentren so vielschichtig sind: Die Schüler*innen sind nicht nur mit Lernschwierigkeiten konfrontiert. Häufig treten sie in Kombination mit kognitiven Beeinträchtigungen, massiven sprachlichen Einschränkungen, emotionalen Regulationsschwierigkeiten, Autismus-Spektrum-Störungen, herausforderndem Verhalten oder Traumafolgestörungen auf. Hinzu kommen psychosoziale Belastungen in den Familien, Pflegeverhältnisse oder enge Anbindungen an die Jugendhilfe. All diese Herausforderungen können nicht allein von den Lehrkräften bewältigt werden.
Unterstützungsangebot der Schulsozialarbeiterin
Justine Prentki sieht Schulsozialarbeit als wesentlichen Baustein für Teilhabe, Stabilität und Zukunftsperspektiven und begegnet den Herausforderungen mit drei zentralen Ansätzen. In der Einzelfallhilfe begleitet sie Schüler*innen, die sich in Krisen befinden, mit individueller Unterstützung. In Gruppenangeboten – sei es in Lerngruppen, Kleingruppen oder künftig auch mit Eltern – steht die gemeinsame Problemlösung, die Stärkung sozialer Kompetenzen und die Präventionsarbeit im Vordergrund. Darüber hinaus arbeitet sie in der Gemeinwesenarbeit daran, Schule mit Jugendhilfe, Therapeut*innen und Beratungsstellen zu vernetzen, um langfristige Unterstützungssysteme zu schaffen.
Anerkennung im Ausschuss und lobende Worte
Alle Parteien im Ausschuss begrüßten den Einsatz von Frau Prentki und lobten die bisherigen Erfolge an der Peter-Härtling-Schule und der Schule am Markt. Ausschussvorsitzender Mario de Vries (CDU) hob hervor: „Der Schullalltag an einem Förderzentrum GE kann sehr dynamisch sein. Schulsozialarbeit wirkt dabei stabilisierend und entlastend. Davon profitieren sowohl die knapp 350 Schülerinnen und Schüler an beiden Standorten, als auch ihre Eltern und die Lehrkräfte bereits spürbar. Nun gilt es zu prüfen, wie sich das Angebot bei uns im Kreis weiterentwickeln lässt.“
Wie geht es mit der Schulsozialarbeit an den beiden Förderzentren GE weiter?
Abschließend machte Justine Prentki deutlich, dass die Schaffung ihrer Stelle ein wichtiger erster Schritt war und sie Potential für den weiteren Ausbau der Schulsozialarbeit an den Förderzentren GE sieht. Sie betonte: „Zwei Förderzentren mit knapp 350 Schüler*innen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung sind faktisch zwei eigenständige Systeme mit hohem Unterstützungsbedarf. Fachlich betrachtet, bräuchte jeder Standort eine voll präsente Schulsozialarbeit. Nicht aus persönlichem Interesse, sondern aus Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen, die auf stabile Beziehungen, kontinuierliche Begleitung und verlässliche Krisenintervention angewiesen sind.“