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Datum: 17.03.2026

Krisenübung im Kreishaus: Kreis Schleswig-Flensburg probt Ernstfall einer Katastrophenlage

Spätestens seit der Sturmflut von 2023 ist klar, wie wichtig es ist, in Krisenfällen gut aufgestellt und eingespielt zu sein. Vom 09. bis 11. März 2026 fand daher ein Planungsseminar mit einer praktischen Krisenübung im Kreishaus in Schleswig statt. In den kreiseigenen Strukturen bearbeiteten Mitglieder des Verwaltungsstabs und des operativ-taktischen Stabs einen fiktiven Katastrophenfall, der sich im Kreisgebiet abspielte. Das Übungsleiter*innen-Team der Landesfeuerwehrschule aus Harrislee simulierte eine aufwachsende Krisenlage, die von den Teilnehmer*innen bewältigt werden musste. Hier galt es, unter Zeitdruck zahlreiche wichtige Entscheidungen zu treffen, die verfügbaren Ressourcen zu koordinieren und die Bürger*innen zuverlässig zu informieren.

Bislang umfangreichste Übung im Kreis Schleswig-Flensburg und neues Ausmaß der Zusammenarbeit
Sämtliche Krisenstrukturen des Kreises waren in die Übung involviert: von den ehrenamtlichen Mitgliedern des operativ-taktischen Krisenstabs über den hauptamtlichen Verwaltungsstab bis hin zur zivil-militärischen Zusammenarbeit und zur Krisenkommunikation. Auch externe Vertreter*innen der Bundeswehr, der Polizei, der Feuerwehr, des THW und aus dem Rettungswesen wirkten mit. Insgesamt übten mit Schichtwechsel ca. 80 Personen den Krisenfall. Das Planungsseminar im Kreishaus war dabei, insbesondere was die koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Stäbe anging, die bislang umfangreichste Krisenübung dieser Art im Kreis Schleswig-Flensburg. Auch landesweit wurde ein derartiges Zusammenspiel erst selten erprobt.

Die Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein organisierte und begleitete das Seminar. Ein Übungsleiter*innen-Stab unterstützte die Teilnehmenden während der gesamten Dauer, coachte die Stäbe in ihrer Arbeit und wertete im Anschluss den Ablauf sowie erkannte Stärken und Verbesserungspotenziale aus.

Extremes Szenario mit sich zuspitzender Lage
Das fiktive Krisenszenario war bewusst anspruchsvoll angelegt, sollte die Teilnehmer*innen fordern und entwickelte sich im Verlauf der Übung immer weiter.

Ausgangspunkt war ein massives Schneechaos im Januar, das zunächst zur Schließung von Schulen und Kindertagesstätten führte. Im weiteren Verlauf kamen zahlreiche zusätzliche Ereignisse hinzu: eine feststeckende Regionalbahn mit vermissten Passagieren, eine gesperrte Autobahn zwischen Handewitt und Schuby mit eingeschneiten Fahrzeugen und Menschen, die zu erfrieren drohten, Stromausfälle im Krankenhaus sowie ein unter der Schneelast einsturzgefährdetes Schloss Gottorf. Parallel dazu breitete sich ein Magen-Darm-Virus im Kreisgebiet aus, der auch viele Einsatzkräfte außer Gefecht setzte. Zudem mussten kurzfristig 250 Geflüchtete untergebracht werden, das Kinderheim in Nübel geriet in Brand und zwei Häftlinge aus der Jugendanstalt Schleswig brachen aus. Als erschwerte Bedingung machten außerdem Fake News die Runde, die es einzudämmen galt.

Landrat Dr. Buschmann rief in dem fiktiven Szenario den Katastrophenfall aus und versammelte alle Stabsmitglieder im Kreishaus. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt gelang es beiden Stäben ein fortlaufend aktualisiertes Lagebild zu erhalten, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten, belastbare Kommunikationswege sicherzustellen, Einsatzkräfte zu koordinieren und das fiktive Katastrophenszenario unter Kontrolle zu bringen.

Positives Fazit der Übung
Zum Abschluss richtete Landrat Dr. Wolfgang Buschmann, der selbst als Politischgesamtverantwortlicher eine wichtige Rolle in der Übung einnahm, anerkennende Worte an die Teilnehmer*innen: „Sollte es morgen anfangen zu schneien, wäre ich sehr froh, Sie alle hier an meiner Seite im Kreishaus zu haben. Aber auch als Kreisbürger gibt es mir ein Gefühl der Sicherheit zu wissen, dass unsere Strukturen tragen und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsstab und operativ-taktischem Stab, zwischen Ehrenamt und Hauptamt, hervorragend funktioniert. Natürlich passierten in der Übung auch Fehler. Daraus können wir nun lernen und nachbessern. Mit Blick auf die vergangenen zweieinhalb Tage bin ich aber überzeugt, dass der Kreis Schleswig-Flensburg über ein stabiles Fundament für echte Katastrophenlagen verfügt, auf das wir weiter aufbauen können. Ich danke allen Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen und der Landesfeuerwehrschule für die gute Zusammenarbeit.“

Foto von links nach rechts.: Marko Wolter (Fachdienst Kommunikation), Landrat Dr. Wolfgang Buschmann, Jan Wiese (Fachdienst Straßenverkehrsbehörde)


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