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Zukunft der Peter-Härtling-Schule: Kreis bringt umfassende Prüfung neuer Raumlösungen auf den Weg

Seit Jahren steigen die Schüler*innenzahlen an der Peter-Härtling-Schule, dem Förderzentrum für geistige Entwicklung in Schleswig. Mit acht bis zwölf Schüler*innen pro Klasse - statt ehemals sechs - wächst auch der Bedarf an Begleitpersonen. Die Konsequenz: Die vorhandenen Klassenräume sind sowohl zu klein als auch in ihrer Anzahl nicht ausreichend. Förder- und Fachräume müssen zugunsten zusätzlicher Klassenräume weichen und fehlen somit an anderer Stelle, um den vielfältigen Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht zu werden. Auch die derzeit sieben sogenannten „Campusklassen“ der Peter-Härtling-Schule, die an reguläre Grund- oder Gemeinschaftsschulen in Schleswig und Umgebung angegliedert sind, können den steigenden Raumbedarf nicht vollständig auffangen.

Wie lässt sich dieser Raumnot mittelfristig begegnen? Mit dieser Frage beschäftigte sich bereits im Februar der fachlich zuständige Kultur-, Schul- und Sportausschuss des Kreises Schleswig-Flensburg. Jan Brillert, Schulleiter der Peter-Härtling-Schule, erläuterte den Abgeordneten die aktuelle Situation und machte insbesondere deutlich, welche Anforderungen sich aus den Bedarfen der Schüler*innen ergeben. Anfang März stand das Thema zudem auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses.

Auf Grundlage der Beratungen beider Ausschüsse fasste der Kreistag Schleswig-Flensburg in seiner Sitzung am 24. März 2026 einen Beschluss: Ein externes, fachkundiges Planungsbüro soll mit der Erstellung einer Nutzwertanalyse beauftragt werden. Ziel ist es, verschiedene Lösungsansätze zur Behebung der Raumnot systematisch zu vergleichen und zu bewerten.

Untersucht werden sollen dabei vier Varianten:

  • der Neubau einer zeitgemäßen Schule in Schleswig oder im Umland für rund 200 Schüler*innen,
  • der Ausbau von Campusklassen an allen geeigneten Grund- und Gemeinschaftsschulen im Einzugsgebiet der Peter-Härtling-Schule, an denen jeweils genug Kinder mit Förderbedarf für eine pädagogisch sinnvolle Campusklasse zusammenkämen,
  • eine Kombination aus beiden Ansätzen mit gezieltem Ausbau von Campusklassen und ergänzendem Neubau einer kleineren zentralen Schule,
  • sowie die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes bei gleichzeitiger Errichtung einer Außenstelle in Schleswig und Umgebung, die ausreichend groß ist, damit alle Schüler*innen beschult werden können, die nicht in Campusklassen beschult werden können.

Mario de Vries, Vorsitzender des Kultur-, Schul- und Sportausschusses, begrüßt die Entscheidung: „Ich freue mich, dass die große Mehrheit der Kreistagsabgeordneten dem Antrag zugestimmt hat. Ziel der Analyse ist es, eine Lösung zu finden, die allen Schülerinnen und Schülern - unabhängig vom Standort ihrer Klasse -  eine auf sie abgestimmte und angemessene Förderung ermöglicht. Der Kultur-, Schul- und Sportausschuss wird den weiteren Prozess eng begleiten.“

Der Beschluss sieht zudem vor, die Schulleitung der Peter-Härtling-Schule, das hiesige Schulamt und das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein frühzeitig in die Planungen einzubeziehen. Ebenso sollen Eltern-und Schüler*innenvertretungen sowie gegebenenfalls die betroffenen Kommunen beratend hinzugezogen werden. 

Ob eine Finanzierung der später gewählten Lösung über den Kreisanteil des Bundessondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität möglich ist, wird nach Vorliegen der entsprechenden Fördermittelrichtlinie geprüft.

20.04.2026 
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