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Datum: 13.05.2026

Die Welterbe-Region Haithabu und Danewerk auf Kurs

Pressemitteilung der Haithabu und Danewerk e.V.

Am Donnerstag, den 7. Mai 2026, trafen sich die regionalen Welterbe-Akteure in Schleswig zur 3. Regionalkonferenz und zogen gemeinsam Bilanz. Im Fokus stand der Umsetzungsfortschritt der regionalen Entwicklungsstrategie 2030 sowie das Setzen von Prioritäten für die kommenden Jahre.

Nachdem im Juni 2018 der Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, organisierte der Haithabu und Danewerk e.V. unter dem Motto „Entwicklung muss man selber machen“ einen regionalen Strategie- und Beteiligungsprozess. Dabei wurde das Prinzip „Schützen durch Nützen“ mit Leben gefüllt.

Mit dem Vereinsbeschluss der „Entwicklungsstrategie 2030“ im Jahr 2021 gelang der Aufbruch zur Umsetzung. Im Rahmen der 3. Regionalkonferenz tagten mehr als 50 Vertreter und Vertreterinnen der Welterbe-Kreise, -Ämter, -Stadt und -Gemeinden, des Landes Schleswig-Holstein, der Welterbe-Museen, der Natur-, Kultur-, Tourismus- und Wirtschaftsorganisationen zum Thema „Zwischenbilanz mit Weitblick – Gemeinsam Richtung 2030“.

Kulturstaatssekretär Guido Wendt erinnerte in seinem Grußwort an die langjährigen Anstrengungen, um überhaupt UNESCO-Welterbe zu werden und den Rückhalt aus den Gemeinden. Das Bewusstsein über die Bedeutung der wikingerzeitlichen Denkmale sei regional fest verankert und ganz entscheidend für den Erfolg der Region. Er dankte den Akteuren vor Ort ausdrücklich für ihr Engagement und stellte heraus: „Das kulturelle Erbe ist nicht nur etwas, das bewahrt werden muss – sondern auch eine echte Chance für Wertschöpfung, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven.“

Der Vorsitzende des Haithabu und Danewerk e.V., Landrat Dr. Buschmann betonte in seinem Grußwort die etablierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Region und verwies dabei im Besonderen auf den Neubau des Danevirke Museums und die laufenden Arbeiten zur Attraktivierung des Archäologischen Park. „Das sind Meilensteine und herausragende Beispiele für Bauen im Welterbe. Alle ziehen an einem Strang: Planer, Architekten, Gewerke, Genehmigungsbehörden, Förderer“, äußerte Dr. Buschmann
dankend.

Dr. Ingo Lütjens, stellvertretender Leiter des Archäologischen Landesamtes, verwies auf die übergeordneten Managementstrukturen und erklärte „Das Welterbebüro im Landesamt unterstütze diesen Prozess, vermittelt die Denkmale vor Ort und begleitet alle Maßnahmen fachlich“. Der Welterbebeauftragte, Matthias Maluck, ordnete ergänzend in seinem Vortrag den denkmalschutzfachlichen Ansatz „Schützen durch Nützen“ als ortsbasiertes Denkmalmanagement ein und stellte heraus, dass dieser jüngst von der UNESCO als Leitansatz beworben wird.

Frau Hummel, Geschäftsführerin des Vereins, trug in ihrem Sachstandsbericht vor, dass zur Strategiehalbzeit bei einem Großteil der Ziele die Meilensteinwerte bereits erreicht sind und auch die Umsetzungsbilanz der Leitprojekte ganz überwiegend auf Kurs ist. Vor allem das kommunale Engagement sticht heraus. So wurden bereits neun neue Lern- und Erlebnisorte entlang des 30 km langen Walls in Trägerschaft der Gemeinden errichtet; darunter Rastplätze, Rekonstruktionen und Wikingerspielschiffe. Das strukturierte Monitoring legt aber auch Schwachstellen offen. Einzelne Kennzahlen u.a. bezogen auf neue Übernachtungsmöglichkeiten und touristische Angebote liegen noch unter den Erwartungen.

Den Blick von außen trug Prof. Reif, Fachhochschule Westküste, zum Thema „Welterbe zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung“ bei. Er unterstützte den „Do it yourself Ansatz“ der Welterbe-Region, und ordnete touristische Leistungskennzahlen ein; darunter 10% mehr Übernachtungsgäste in Schleswig seit 2019 und 10% mehr Besuchende in den Museen in der Nebensaison. Mit Blick auf die nächsten Jahre forderte er „Geld! Geist! Geduld“. Dabei sei Wertschöpfung das Ergebnis. Prof. Reif verwies auf aktuelle Umfrageergebnisse (inspectour 2025), wonach 38% der Deutschen Interesse haben, in ihrem Urlaub ein UNESCO-Welterbe zu besuchen. „Das Potential ist da und es ist hoch. Natur ist das zentrale Reisemotiv, aber eben auch Kultur“, so Prof. Reif.

Lars Erik Bethge, Leiter des Danevirke Museums, berichtete stellvertretend für die dänischen Kollegen über „30 Jahre UNESCO-Welterbe Kongernes Jelling“. Jelling zählt mittlerweile über 300.000 Besuchende jährlich und bietet ein modernes Erlebnisangebot für Familien. Der Erfolg nahm mit Eröffnung des neuen Besucherzentrums 2007 Fahrt auf und zeigt sich auch im Umfang der freiräumlichen Investitionen zur Sichtbarmachtung des Welterbes. Jelling ist Vorbild und enger Kooperationspartner zugleich. Gemeinsam wurde 2024 das deutsch-dänisch Schüler- und Lehrerheft „Gudruns Reise“ zur Wikingerzeit erarbeitet, welches rege nachgefragt wird.

Neben Impulsen und Sachständen wurde im Zuge der 3. Regionalkonferenz auch aktiv Rückmeldung von den Teilnehmenden eingeholt. Die Lenkungsgruppenmitglieder Ralf
Feddersen (Amt Haddeby), Dr. Ralf Bleile (Landesmuseen SH) und Stefan Wesemann (IHK zu Flensburg) moderierten jeweils thematische Arbeitsgruppen, in denen vertieft über Halbzeitsachstände sowie Vorschläge zur Strategieanpassung diskutiert wurde. Vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und der Aufgabenvielfalt wurden die Teilnehmenden anschließend darum gebeten Ziele und Maßnahmen für die nächsten 5 Jahre zu priorisieren. Die Ergebnisse werden im Anschluss an die Konferenz ausgewertet und fließen in den Strategieprozess des Vereins ein.

Zum Abschluss der Konferenz äußerten sich einzelne politische Vertreterinnen und Vertreter, darunter Karsten Stühmer, Bürgermeister aus Schaalby „Unser Erfolg beruht darauf, dass wir miteinander und nicht nur übereinander reden. Aber wir sollten auch noch mutiger werden und unser Welterbe vor Ort in den Gemeinden stärker sichtbar machen“. Petra Schulze, Vorsitzende des Regionalentwicklungs- und Umweltausschusses des Kreises Schleswig-Flensburg, betonte ebenfalls „den Good Spirit“ und das Gemeinschaftsgefühl der Region, welches so eine dynamische und zügige Umsetzung der Strategie begünstigten. Sabrina Messer, Vorsitzende des Kulturausschusses des Amtes Arensharde, stimmte ebenfalls darauf ein und formulierte die Vision, dass Welterbe auch über die Welterbe-Gemeinden hinaus in die größere Region zu tragen.


Anhang

Der Haithabu und Danewerk e.V.

Der Haithabu und Danewerk e. V. gibt der Beteiligung verschiedener regionaler Interessengruppen am Welterbe eine dauerhafte und verbindliche Organisationsform. Zur
wirksamen Umsetzung von Zielen und Maßnahmen aus dem Managementplan müssen diese mit den (öffentlichen) Eigentümern und anderen Beteiligten abgestimmt werden. Der Verein wurde 2009 gegründet und hat Stand Mai 2026 28 ordentliche und 4 fördernde Mitglieder. Die Mitglieder stammen u. a. aus den folgenden Bereichen: Land, Kreise, Ämter, Städte, Gemeinden, Welterbe, Kultur und Museen, Wirtschaft und Tourismus.
www.haithabu-danewerk.de


Was macht Haithabu und Danewerk so besonders?

Haithabu und Danewerk sind herausragende Zeugnisse der Wikingerzeit (8.–11. Jh. n. Chr.). Der Handelsplatz Haithabu und die Wallanlagen des Danewerks sicherten an der
schmalsten Stelle zwischen Ost- und Nordsee, der Schleswiger Landenge, das Grenzland zwischen Skandinavien und dem europäischen Festland. Diese besondere Lage ermöglichte einen intensiven Handel und den Austausch zwischen den Regionen.


Haithabu war mit dem Danewerk verbunden, das als Grenzbefestigung diente und von dänischen Königen über Jahrhunderte immer wieder ausgebaut wurde. In dieser
Grenzregion blühte Haithabu auf und entwickelte sich zum zentralen Handels- und Verkehrsknotenpunkt in Nordeuropa. Heute ist Haithabu für uns ein Musterbeispiel für ein
frühes städtisches Handelszentrum. Das außergewöhnlich gut erhaltene archäologische Material dient der Wissenschaft als Quelle für viele wichtige Erkenntnisse zur Wikingerzeit.


Der Archäologische Grenzkomplex von Haithabu und Danewerk ist 2018 für diesen außergewöhnlichen universellen Wert in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen worden.


Pressekontakt:

Astrid Hummel
Geschäftsführerin Haithabu und Danewerk e.V.
Astrid.hummel@schleswig-flensburg.de
Telefonnummer mobil: 0173 30 50 661


Kerstin Barz
Marketingkoordinatorin und Projektmanagerin Haithabu und Danewerk e.V.
Kerstin.barz@schleswig-flensburg.de
Telefon 04621 87-8610

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