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Datum: 27.07.2026

Kranzniederlegung zum 176. Jahrestag: Deutsche und Dänen gedenken gemeinsam der Schlacht bei Idstedt

Am 25. Juli 1850 fand nördlich der Elbe die größte Schlacht seit Menschengedenken statt. Anlässlich des 176. Jahrestages der Schlacht bei Idstedt kamen am 25. Juli 2026 Deutsche und Dänen zusammen, um gemeinsam der gefallenen Soldaten beider Seiten zu gedenken. Zahlreiche Vertreter*innen aus Politik und Gesellschaft nahmen am Idstedt-Gedenktag und der feierlichen Kranzniederlegung teil.

Kreispräsident Walter Behrens, Vorsitzender des Stiftungsrates der Idstedt-Stiftung, und Edgar Petersen, 2. Vorsitzender der Idstedt-Stiftung, legten einen Kranz am Schlachtendenkmal nieder. Im Anschluss ehrten Vertreter*innen des dänischen und des deutschen Verteidigungsministeriums sowie ein Vertreter des 6. Juli Komitees / De Danske Forsvarsbrødre for Fredericia die Gefallenen beider Seiten. Begleitet wurde die Kranzniederlegung von Mitgliedern der teilnehmenden Reenactmentgruppen in historischen Uniformen des 19. Jahrhunderts. Für die musikalische Umrahmung sorgte die BigBand der Feuerwehr Kropp unter anderem mit dem Schleswig-Holstein-Lied sowie der deutschen und der dänischen Nationalhymne.

Bei der anschließenden Begrüßung der Gäste im Festzelt betonte Kreispräsident Walter Behrens die Aktualität des Gedenktages: „Die Schlacht bei Idstedt liegt 176 Jahre zurück. Ihre Botschaft ist aber aktueller denn je. In einer Zeit, in der weltweit neue Konflikte entstehen, ist es wichtig, die Erinnerung an die Folgen von Krieg lebendig zu halten. Das Gedenken an die vielen Gefallenen auf beiden Seiten mahnt uns, alles dafür zu tun, Konflikte friedlich zu lösen. Verständigung ist und bleibt der richtige Weg.“

Diesen Gedanken griffen auch die weiteren Redner*innen auf. Gitte Hougaard-Werner, Vorsitzende von Sydslesvigsk Forening, dankte in ihrer auf Deutsch und Dänisch gehaltenen Ansprache für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Grenzregion. Zugleich hob sie hervor, wie wichtig es sei, die Erinnerung am Idstedt-Gedenktag zu bewahren. Ein friedliches Miteinander zwischen Nachbarn sei nicht überall auf der Welt so selbstverständlich, wie in der deutsch-dänischen Grenzregion.

Auch der Landtagsabgeordnete Thomas Jepsen sprach sich für die Bedeutung des Idstedt-Gedenktages aus. Er erinnerte daran, dass an diesem Tag nicht nur der Gefallenen gedacht werde, sondern auch des Einsatzes für Demokratie und Freiheit insgesamt.

Hans Henrik Hansen, Vertreter des 6. Juli Komitees / De Danske Forsvarsbrødre for Fredericia, bezeichnete den Gedenktag in seinem Grußwort als sichtbares Zeichen dafür, wie weit Deutschland und Dänemark auf dem Weg von ehemaligen Gegnern zu Nachbarn, Freunden und Partnern gekommen seien. Zugleich erinnerte er an die gemeinsame Verantwortung beider Länder, Frieden und Verständigung auch künftig zu bewahren.

Die diesjährige Festrede hielt Dr. h.C. Gerhard Ulrich, Beauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus des Landes Schleswig-Holstein sowie ehemaliger Landesbischof der Nordkirche. In seinem Beitrag stellte er die Bedeutung des Erinnerns als Grundlage für Versöhnung und demokratisches Miteinander heraus. Er betonte, dass der Idstedt-Gedenktag nicht nur den Krieg, sondern die Schicksale der Menschen und die gemeinsame Verantwortung für Frieden und Verständigung in den Mittelpunkt rücke. Der Erinnerungsort Idstedt stehe heute für die gelungene deutsch-dänische Versöhnung und zeige, wie aus einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Geschichte Respekt, Dialog und eine gemeinsame Zukunft entstehen können: „Vor 176 Jahren standen sich Deutsche und Dänen hier auf dem Schlachtfeld gegenüber. Heute stehen sie Seite an Seite. Als Nachbarn. Als Freunde. Als Partner und als Verbündete (…). Idstedt ist heute ein Ort der Begegnung und der Überwindung von Hass und Verachtung. Vielleicht liegt genau darin die wichtigste Botschaft dieses Tages: Frieden wächst dort, wo Menschen einander mit Respekt begegnen. Demokratie ist dort stark, wo Minderheiten geschützt werden. Freiheit hat dort Bestand, wo die Würde jedes einzelnen Menschen unantastbar bleibt.“

Die gesamte Festrede von Dr. h. C. Gerhard Ulrich können Sie hier nachlesen:
Festrede zum Idstedt-Gedenktag



Foto 1: Walter Behrens (Kreispräsident und Vorsitzender des Stiftungsrates der Idstedt-Stiftung) und Edgar Petersen (2. Vorsitzender der Idstedt-Stiftung) bei der Kranzniederlegung am Idstedt-Gedenktag (v.l.n.r.). 

Foto 2: Vertreter*innen des dänischen Verteidigungsministeriums, ein Vertreter des des 6. Juli Komitees/ De Danske Forsvarsbrødre for Fredericia sowie Vertreter des deutschen Verteidigungsministeriums bei der Kranzniederlegung am Idstedt-Gedenktag.

Foto 3: Mitglieder der teilnehmenden Reenactmentgruppen in historischen Uniformen des 19. Jahrhunderts begleiteten die Kranzniederlegung.

Foto 4: Kreispräsident Walter Behrens (links) dankt Dr. h.C. Gerhard Ulrich (rechts) für seine Festrede.


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