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Kreis Schleswig-Flensburg

Die Schlacht bei Idstedt

Am 25. Juli 1850 fand die später als verlustreicheste Schlacht in der Geschichte Nordeuropa bezeichnete "Schlacht bei Idstedt" statt. Bei den blutigen Gefechten starben 1.455 Männer, ca. 5.000 wurden verwundet, das Dorf Idstedt brannte fast vollständig nieder.

Den Oberbefehl über die dänische Armee führte Generalmajor Gerhard Christopher von Krogh (1785-1860). Unter seiner Führung umfassten die am 18. Juli von Flensburg aus vorrückenden Streitkräfte ca. 37.000 Mann, die sich in zwei Divisionen zu je drei Brigaden und eine Reserve in 32 Bataillone, 20 Schwadronen und 12 Batterien gliederte. 96 Geschütze standen zur Verfügung. 

Das Oberkommando der schleswig-holsteinischen Armee war im Frühjahr 1850 dem ehemaligen preußischen General Wilhelm von Willisen (1790-1879) übertragen worden. Die ca. 26.000 Mann umfassende Truppe gliederte sich in 5 Brigaden zu 20 Bataillone, 12 Schwadronen und 11 Batterien mit  84 Geschützen. Willisen hatte seine Soldaten am 14. Juli im Raum Idstedt-Wellspang versammelt. Hier wollte er den Angriff abwarten und, wenn dieser erfolgreich abgeschlagen war, der dänischen Armee den Rückzug auf Flensburg abschneiden.

Am 23. Juli hatte Generalmajor von Krogh Oeversee erreicht. Am Nachmittag desselben Tages kam es bei Sollbrück zu ersten Vorposten-Gefechten. Den Hauptangriff auf die schleswig-holsteinischen Stellungen bei Idstedt plante er in den frühen Morgenstunden des 25. Juli.

An der Hauptstellung zwischen dem Idstedter See und Arenholz hatte General von Willisen seine 4. Brigade konzentriert. Die hinter dem Langsee befindliche 3. Brigade sollte über eine Laufbrücke bei Güldenholm vorrücken. Die 2. Brigade lag am ostwärtigen Ende des Langsees bei Wellspang in Stellung. Die 1. Brigade postierte sich auseinander gezogen zwischen der Chaussee und der Treene südlich der heutigen Straße nach Gammellund und Jübek. Eine Vorhut lag bei Helligbek.

General von Krogh, der von der Laufbrücke über den Langsee nichts wusste, plante den Angriff in zwei Kolonnen. Die 3. Brigade sollte über Silberstedt den Gegner im Westen umgehen und im Rücken bedrohen.  

Der Schlachtverlauf warf jedoch alle Planungen über den Haufen. Vor dem Hauptangriff der dänischen Armee wich die schleswig-holsteinische Vorhut langsam zurück, die 3. und 4. Brigade rückte planmäßig vor. Die zu spät informierte 2. Brigade verharrte dagegen in ihrer Stellung. Als sie endlich den Angriffsbefehl erhielt, war sie von einer Abteilung der dänischen 2. Armee-Division schon in Gefechte verwickelt worden.  

Am Landsee rückte die unter dem Kommando von Generalmajor Ulrich Freiherr von der Horst stehende 3. Brigade der schleswig-holsteinischen Armee gegen die dänische 2. Armee-Division vor. Mit diesem Vorstoß richtete sie große Verwirrung an. Der dänische Generalmajor F. A. von Schleppegrell wurde schwer verletzt. Er starb Stunden später in einem Flensburger Hospital. Aus dänischer Sicht schien die Schlacht verloren. Doch der geplante westliche Schwenk der Schleswig-Holsteiner konnte erfolgreich abgewehrt werden.


An der Straße, die heute an der Idstedt-Halle vorbeiführt, erstarrte die kilometerweit auseinander gezogene Front. Der Kampf blieb über Stunden unentschieden. Gegen Mittag hatte eine Vorhut der dänischen 3. Brigade die Treene überschritten. Die Soldaten tauchten im Rücken der schleswig-holsteinischen Hauptstellung auf und gerieten in ein Vorpostengefecht mit einer schleswig-holsteinischen Abteilung.

General von Willisen postierte währenddessen auf einem Gefechtsstand neben der heutigen Idstedt-Halle. Er wurde über diese Kämpfe informiert  und gab - verunsichert über den Kampverlauf - den voreiligen Befehl zum Rückzug. Die schleswig-holsteinischen Soldaten wurden dabei von zwei Artilleriestellungen zu beiden Seiten gedeckt. Der nächtliche Rückmarsch nach Rendsburg war Kräfte zehrend und schwächte die ohnehin schon erschöpften Männer.

Der Sieg der dänischen Armee und die Verluste auf beiden Seiten stellten sich als unnötig heraus. Bereits am 5. Juli 1850 hatten sich die europäischen Großmächte darauf verständigt, das umstrittene Schleswig im dänischen Gesamtstaat zu belassen und die Herrschaft des dänischen Königs als Herzog von Holstein und dessen Mitgliedschaft im Deutschen Bund zu bestätigen.